Mittwoch, 27. Mai 2020

Chloroquin und Hydroxychloroquin Trump preist Malaria-Medikament - EU mahnt zur Vorsicht

US-Präsident Donald Trump (links) hatte für die Malariamittel geworben, Anthony Fauci, Chef des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten, hatte hingegen zur Vorsicht gemahnt

Die EU sieht keinen Beleg dafür, dass ein von US-Präsident Donald Trump angepriesenes Medikament gegen die vom Coronavirus ausgelöst Lungenkrankheit wirksam ist. "Die Effektivität von Hydroxychloroquin bei der Behandlung von Covid-19 ist bislang nicht nachgewiesen worden", zitiert ein Sprecher der EU-Kommission aus einem internen Schreiben der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA). Trump hat über das Anti-Malaria-Mittel gesagt, es könne zu einem der wichtigsten Mittel - "the biggest game changers" - in der Geschichte der Medizin werden.

Am Sonntag hatte die US-Arzneimittelbehörde die Nutzung der beiden Malaria-Wirkstoffe Chloroquin (Bayer) und Hydroxychloroquin (Novartis) in Notfällen erlaubt. manager magazin hatte zuvor bereits berichtet, dass Bayer sein Malariamittel den Regierungen der USA und Deutschlands im Kampf gegen das Virus und Covid-19 zur Verfügung stellen werde. Im mm-Gespräch hatte sich auch Biotech-Investor Christian Angermayer für den Einsatz des nicht unumstrittenen Medikaments ausgesprochen.


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Am Montagabend warnte derweil die französische Arzneimittelbehörde vor möglichen Nebenwirkungen. "Einige wenige Fälle von schwerwiegenden Nebenwirkungen wurden gemeldet und werden derzeit analysiert", teilte die ANSM mit, bezog sich jedoch nicht nur auf Hydroxychloroquin, sondern auch auf das ebenfalls experimentell eingesetzte HIV-Medikament Kaletra. In Frankreich ist die Behandlung mit Hydroxychloroquin und Kaletra von Covid-19-Erkrankten nur bei schweren Verläufen und nach Abstimmungen von mehreren Ärztinnen und Ärztinnen erlaubt.

luk / dpa-afx, Reuters

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