Samstag, 20. Juli 2019

Transsibirischer Transrapid Magnetschwebebahn soll Moskau und Wladiwostok verbinden

Das ewige Projekt: Der Transrapid schaffte es in Deutschland nie zur Serienreife

Russland plant eine transsibirische Magnetschwebebahn: Transrapid-ähnliche Züge sollen die 9300-Kilometer-Strecke zwischen Moskau und Wladiwostok in nur 20 Stunden überwinden. Auch andernorts gewinnt die in Deutschland gescheiterte Technologie Freunde.

Hamburg - In Deutschland ist die Magnetschwebebahn-Technik gescheitert, in Russland soll sie eine große Zukunft haben. Zusammen mit der Atomgesellschaft Rosatom will die nationale Eisenbahn eine Art transsibirischen Transrapid bauen. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagetur Itar-Tass.

Die Firmen haben demnach eine entsprechende Vereinbarung beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg unterzeichnet. Die Strecke wäre 9300 Kilometer lang. Passagiere könnten von Moskau nach Wladiwostok in 20 Stunden reisen. Die Eisenbahn ist auf der Route sechs Tage unterwegs.

Die Beteiligten machten keine Angaben dazu, wann die ersten Bahnen fahren könnten. Offenbar geht es zunächst darum, die Machbarkeit gemeinsam mit Forschungsinstituten zu überprüfen.

Große Pläne für eine neue Seidenstraße

Generell ist Russland derzeit stark daran interessiert, den Ost-West-Korridor verkehrstechnisch auszubauen und spricht von einer neuen Seidenstraße. So treibt das Land den Ausbau der konventionellen Eisenbahnen für den Güterverkehr auf der Route voran, nicht zuletzt, um vom europäisch-asiatischen Handel zu profitieren.

Die Bemühungen tragen erste Früchte. Bei seinem Besuch in Deutschland besuchte Chinas Präsident Xi Jinping Duisburg, den letzten Stopp eines Zuges, der unter anderem Laptops aus Chongqing nach Deutschland brachte. Zuletzt betrieb auch BMW Züge über Russland nach Fernost.

Die Magnetschwebebahntechnik findet unterdessen nicht nur in Russland neue Freunde. So soll im US-Staat Florida den Flughafen von Orlando mit einem gut 60 Kilometer entfernten Messezentrum verbinden. Und in Sachsen plädiert die Piratenpartei für eine Verbindung zwischen Dresden und Prag.

An Ideen für mögliche Strecken hat es der Transrapid-Technik indes nie gemangelt. Meist haperte es bei der Umsetzung. Gescheitert sind unter anderem die Verbindung zwischen Hamburg und Berlin sowie dem Münchener Flughafen und der Innenstadt der bayerischen Hauptstadt - an den Kosten. In Shanghai (China) und Japan sind dagegen Züge mit der Technik unterwegs.

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