Montag, 27. Mai 2019

Leerverkauft Im Würgegriff der Investoren

Lanxess, Lufthansa und Tui hat es im Juni erwischt, sie wurden leerverkauft. Und nicht nur sie. Die Investoren, die so vorgehen, rechnen mit fallenden Kursen. Die Übersicht über den abgelaufenen Juni, die Investoren und ihre Opfer.

Hamburg - In Investor-Relations-Abteilungen innerhalb eines Unternehmens ist man freundlich und zuvorkommend. Manchmal indes dürfte es den Mitarbeitern schwerfallen - zum Beispiel, wenn ihre Auskünfte dazu beitragen, dass das eigene Unternehmen leerverkauft wird.

Investoren wie zum Beispiel Hedgefonds leihen sich dazu gegen Gebühr die Aktien und verkaufen sie. Geht die Rechung der Leerverkäufer auf und die Aktie verliert tatsächlich an Wert, können sie sie später zum dann gesunkenen Kurs zurückkaufen und dem Verleiher zurückgeben. Der Betrag, um den die Aktie gefallen ist, ist ihr Gewinn. Während Otto-Normal-Anleger dieses Vorgehen eher mit einer Mischung aus Argwohn und Abscheu betrachtet, greifen immer mehr Investoren zu dieser Methode. Auch in herkömmlichen Investmentfonds kann sie genutzt werden. Denn damit können Investoren nicht nur bei steigenden, sondern auch bei fallenden Kursen punkten. Und wiederum ihre eigenen Investoren zufriedenstellen.

Der deutschen Bundesregierung ist dieses Vorgehen ein Dorn im Auge - doch grundsätzlich verbieten mag sie es auch nicht. Immerhin sind Leerverkäufe auf dem internationalen Börsenparkett gang und gäbe. Und einen Alleingang wagt die Bundesregierung bei den vielfach kritisierten Leerverkäufen nicht.

Der Leerverkauf ist also ein Misstrauensantrag für die betroffenen Unternehmen aus Dax Börsen-Chart zeigen & Co. Und deswegen auch eine wichtige Information für andere Anleger - vielleicht haben die Short-Experten Recht? Ein Überblick über die jüngsten Notierungen.

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