Buchungseinbruch bei Deutschlands größter Airline Wegen Terror in Europa - Lufthansa kappt Prognose

Schwieriges Wetter: Die Lufthansa wird ihr altes Gewinnziel von 1,8 Milliarden Euro wohl nicht mehr erreichen

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Luftfahrt: Verschluckt sich Lufthansa an Air Berlin?

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Die Terroranschläge in Europa durchkreuzen die Gewinnpläne der Lufthansa  . Wegen eines Buchungseinbruchs vor allem bei den Langstreckenflügen nach Europa kappte Vorstandschef Carsten Spohr seine Gewinnprognose für 2016. Nach den Terrorattacken und der gestiegenen politischen und wirtschaftlichen Unsicherheit hätten die Vorausbuchungen deutlich nachgelassen. "Eine vollständige Aufholentwicklung hält der Vorstand aus heutiger Sicht für nicht mehr wahrscheinlich", teilte der Dax-Konzern am Mittwoch Abend mit.

Die zentrale Zielgröße, der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit), wird dem Vorstand zufolge daher in diesem Jahr nicht den Vorjahreswert von 1,8 Milliarden Euro erreichen. Bisher hatte das Management sogar eine leichte Steigerung angepeilt. Analysten gingen jedoch bereits von 1,7 Milliarden Euro aus.

Anleger reagierten mit Verkäufen auf die Nachricht. Der Kurs der Lufthansa-Aktie sank im vorbörslichen Handel am Donnerstag um fast fünf Prozent.

Im ersten Halbjahr lief es für Europas größte Fluggesellschaft hingegen besser als ein Jahr zuvor. Zwar gab der Umsatz nach vorläufigen Zahlen von 15,4 auf 15,0 Milliarden Euro nach. Doch dank gesunkener Treibstoffkosten und weiterer Einsparungen legte das bereinigte Ebit um 13 Prozent auf 529 Millionen Euro zu.

Am Mittwoch hatten zudem Spekulationen für Aufsehen gesorgt, die Lufthansa könne Teile des Geschäfts von Air Berlin übernehmen, um die Position seiner Billigtochter Eurowings zu stärken.

Zinsen niedrig, Pensionsansprüche der Lufthanseaten hoch

Diese Entwicklung dürfte sich nach Einschätzung des Vorstands in den gewöhnlich reisestarken Sommermonaten jedoch nicht fortsetzen, in denen Fluggesellschaften gewöhnlich den Großteil ihrer Gewinne einfliegen. Im dritten Quartal erwartet das Management jetzt eine "deutlich schwächere Entwicklung der Stückerlöse" im Passagiergeschäft.

Bereinigt um Währungskurse, dürften sie im zweiten Halbjahr um 8 bis 9 Prozent niedriger liegen als im Vorjahr. Daher tritt die Lufthansa auch beim Ausbau des Flugangebots auf die Bremse. Im Gesamtjahr soll die Kapazität nun nur noch um 5,4 Prozent statt um 6 Prozent wachsen.

Unterdessen machen die allgemeinen Niedrigzinsen der Lufthansa bei den Pensionsansprüchen ihrer Mitarbeiter zu schaffen. Die Eigenkapitalquote sank vom Jahreswechsel bis Jahresmitte von 18,0 auf 10,4 Prozent.

Weil die Lufthansa vielen ihrer Beschäftigten feste Zusagen für ihre Altersversorgung gemacht hat und das heute angelegte Geld in den kommenden Jahren voraussichtlich weniger Zinsen einbringt, erhöhen sich die Pensionslasten in der Bilanz, die der Konzern aus eigener Kraft zu stemmen hat.

Die Lufthansa stellt daher bereits in Teilbereichen auf einen festen Beitrag zur Altersversorgung um. Eine Einigung mit den Piloten steht noch aus, eine Einigung mit den Flugbegleitern ist noch nicht endgültig abgesegnet. Die finanziellen Auswirkungen aus dem Tarifabschluss mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo sind auch in den Halbjahreszahlen noch nicht enthalten. Den kompletten Zwischenbericht will die Lufthansa wie geplant am 2. August veröffentlichen.

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