Bund ausgestiegen Großaktionär Kühne stockt Lufthansa-Anteil auf

Großaktionär Klaus-Michael Kühne hat weitere Lufthansa-Aktien gekauft und dabei den Ausstieg des Staates genutzt. Offenbar strebt Kühne einen Sitz im Aufsichtsrat an, heißt es.
Klaus-Michael Kühne: Der Lufthansa-Großaktionär hatte kürzlich angekündigt, seinen Anteil bei der Lufthansa aufstocken zu wollen

Klaus-Michael Kühne: Der Lufthansa-Großaktionär hatte kürzlich angekündigt, seinen Anteil bei der Lufthansa aufstocken zu wollen

Foto: Axel Heimken / picture alliance/dpa

Der Hamburger Milliardär Klaus-Michael Kühne (85) hat den Ausstieg des Staates bei der Lufthansa zu einer Aufstockung seiner Anteile genutzt. Die schweizerische Kühne Holding teilte am Mittwoch mit, sie habe ihre Beteiligung im Zuge der Platzierung der restlichen Lufthansa-Anteile des staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) auf 17,5 Prozent erhöht.

"Dies unterstreicht die positive Sicht der Kühne Holding auf das Unternehmen", sagte eine Sprecherin. Zuletzt hatte Kühne als größer Lufthansa-Aktionär 15,01 Prozent gemeldet und Interesse an weiteren Aktienkäufen signalisiert. Das "Handelsblatt"  berichtete, ein Vertreter Kühnes solle nun einen Sitz im Aufsichtsrat erhalten. Die im MDax notierte Aktie der Lufthansa notierte am Nachmittag gut 2 Proeznt leichter und damit knapp über sechs Euro.

Kühne hatte jüngst nach einem Gespräch mit der Konzernführung angekündigt, dass er seine Beteiligung aufstocken wolle. "Unser Interesse an der Deutschen Lufthansa AG ist ungebrochen", hatte Kühne vor genau einer Woche erklärt und angekündigt, "bei sich bietenden Gelegenheiten weitere Lufthansa-Aktien zu erwerben". Zuvor hatte der Unternehmer einer Aufstockung insbesondere über eine Übernahme des bis dahin restlichen Staatsanteils eine Absage erteilt. "Im Prinzip hätte ich Interesse, aber eine solche Aufstockung steht nicht zur Diskussion", hatte er der "FAZ" gesagt. "Das ist politisch wohl nicht durchsetzbar."

Der staatliche Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) hatte am Dienstagabend mitgeteilt, dass er die restlichen 6,2 Prozent oder 74,4 Millionen Lufthansa-Aktien des Bundes bei internationalen Investoren platziert habe. Unter dem Strich sei ein Gewinn von 760 Millionen Euro übrig geblieben. Der WSF hatte die Fluggesellschaft in der Corona-Krise 2020 mit Stillen Einlagen und einer Aktienbeteiligung von 20 Prozent gerettet.

Kühne selbst hatte unlängst der "FAZ" erklärt, sich operativ nicht einmischen zu wollen. Die Lufthansa sei insgesamt gut geführt. Laut "Handelsblatt" könnte Kühnes Vertrauter Karl Gernandt in den Aufsichtsrat der Lufthansa einziehen. Dort könnte es dann aber trotz Kühnes Bekenntnis, sich aus operativen Fragen heraushalten zu wollen, schnell zu Meinungsverschiedenheiten kommen.Während Lufthansa-Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley (71) offenbar einen Teilverkauf oder Börsengang seiner Wartungstochter Lufthansa Technik erwägt, hatte der Kühne-Vertraute Gernandt noch vor ein paar Wochen die breite Aufstellung des Konzerns mit seinen drei Divisionen (Technik, Caro, Passage) explizit gelobt.

rei/Reuters
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