Samstag, 18. Januar 2020

Nächster Gesprächstermin Mitte Januar Gewerkschaft Ufo fordert Mediation im Streit mit Lufthansa

Für die Gewerkschaft Ufo ist das Gespräch mit Lufthansa in der kommenden Woche der vorerst letzte Versuch einer Verhandlungslösung
REUTERS/Rafael Marchante
Für die Gewerkschaft Ufo ist das Gespräch mit Lufthansa in der kommenden Woche der vorerst letzte Versuch einer Verhandlungslösung

Nach der jüngsten Streikrunde setzt die Flugbegleitergewerkschaft Ufo im Tarifkonflikt mit der Lufthansa Börsen-Chart zeigen vorerst wieder auf Gespräche. Nach dem Willen der Gewerkschaft soll bei einem Termin am 16. Januar eine umfassende Mediation zu verschiedenen Themen angestrebt werden. Solange eine solche Mediation läuft, will Ufo "in den kommenden Wochen (...) freiwillig auf Streiks verzichten", kündigte die Gewerkschaft am Montag in einer Mitteilung an ihre Mitglieder an.

Lufthansa und Ufo liegen seit längerem im Clinch. Dabei geht es nicht nur um Tariffragen, sondern auch um die Anerkennung der Ufo als Gewerkschaft.

Nach Ansicht der Ufo wäre eine Schlichtung zum jetzigen Zeitpunkt zu eng begrenzt auf einzelne Tarifthemen. Die Gewerkschaft verlangt darüber hinaus unter anderem eine Rücknahme von Kündigungen und Klagen gegen frühere und aktuelle Vorstandsmitglieder sowie eine Aufarbeitung des Dauerkonflikts. Außerdem will die Gewerkschaft erreichen, dass eigenständige Lösungen für die Lufthansa-Töchter ermöglicht werden. Auf einer solchen Basis könnte nach Ansicht von Ufo "danach eine Tarifschlichtung sinnvoll durchgeführt werden".

Die Lufthansa teilte mit: "Wir freuen uns, dass der Termin am 16. Januar für weitere Gespräche seitens Ufo bestätigt wurde. Lufthansa erwartet weiterhin, dass es in diesem Rahmen zu guten Lösungen und Perspektiven für die rund 22.000 Kabinenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter kommt. Unser Ziel ist es daher nach wie vor, gemeinsam mit Ufo und den Schlichtern in die große Schlichtung zu gehen." Alle weiteren nicht tariflichen Themen sollen nach Lufthansa-Vorstellung "parallel dazu in getrennten Verfahren" behandelt werden.


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In der vergangenen Woche hatten die Flugbegleiter der Lufthansa-Tochter Germanwings drei Tage lang die Arbeit niedergelegt, um für ihre Forderungen nach neuen Teilzeitregeln Druck zu machen. Etwa 200 Flüge waren ausgefallen. Sowohl bei der Haupt-Airline Lufthansa als auch den Töchtern in Deutschland sind etliche Tarifverträge zu verhandeln. Dem stand entgegen, dass die Lufthansa nach Konflikten in der Gewerkschaft deren Tariffähigkeit bestritten hatte.

Ende vergangenen Jahres erklärten sich UFO und Lufthansa dann zu einer Schlichtung bereit. UFO benannte den früheren Ministerpräsident von Brandenburg Matthias Platzeck als Vermittler, die Lufthansa den Ex-Chef der Bundesagentur für Arbeit Frank-Jürgen Weise. Über das Schlichtungsverfahren kam es dann aber zum Streit. UFO erklärte, das Gespräch in der kommenden Woche sei der vorerst letzte Versuch einer Verhandlungslösung. Sollte er scheitern, seien unbefristete Streiks möglich.

dpa-afx/rtr/akn

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