Lufthansa Cargo verdoppelt Gewinn, aber Air-Berlin-Integration belastet Lufthansa-Tochter Eurowings

Lufthansa: 26 Millionen Euro Gewinn im ersten Quartal

Lufthansa: 26 Millionen Euro Gewinn im ersten Quartal

Foto: HANNIBAL HANSCHKE/ REUTERS

Die teure Integration von Air-Berlin-Teilen macht der Lufthansa zu schaffen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr sah den Dax-Konzern zwar auf Kurs, seinen operativen Rekordgewinn (bereinigtes Ebit) von fast drei Milliarden Euro aus dem Vorjahr 2018 fast zu wiederholen. Doch Aktionäre zeigten sich von den jüngsten Quartalszahlen trotzdem enttäuscht: Die Aktie gab am Donnerstag zeitweise um mehr als 6 Prozent nach.

Die Lufthansa-Gruppe, zu der neben der Kranichlinie selbst auch die Fluggesellschaften Swiss und Austrian Airlines sowie Eurowings und Brussels Airlines gehören, setze ihren "erfolgreichen Kurs" fort, erklärte der Konzern. Belastet wird das Ergebnis demnach "durch signifikante Einmalkosten bei Eurowings" - in die Billigtochter integrierte die Lufthansa Teile der insolventen Air Berlin.

Weiterer Grund für die Enttäuschung der Aktionäre: Der erhoffte Ausbau des Flugangebots stockt. Wegen Problemen beim Triebwerksbauer Pratt & Whitney muss die Lufthansa länger auf bestellte Airbus-Flugzeuge warten.

Die Verluste sind zum Teil auch durch Gewinnmitnahmen motiviert. Schon seit ihrem Rekordhoch von 31,26 Euro im Januar war es für die Papiere der Lufthansa  deutlich abwärts gegangen. Allein am Mittwoch hatten sie mehr als drei Prozent verloren.

Ein Marktteilnehmer wertete die hohen Integrationskosten von Air Berlin in Eurowings als negativ. Die Experten vom Investmenthaus Liberum sahen hingegen nur eine kleine Abweichung zu den Erwartungen - in der ohnehin schwächsten Jahreszeit für Airlines.

Verluste bei Eurowings, Gewinnsprung bei Lufthansa Cargo

Im ersten Quartal erzielte die Lufthansa einen operativen Gewinn von 26 Millionen Euro und damit eine Million mehr als ein Jahr zuvor. Gute Geschäfte der Netzwerk-Airlines Lufthansa, Swiss und Austrian federten die Verluste der Billigtochter Eurowings ab, die die ehemaligen Air-Berlin-Maschinen in ihren Betrieb eingliedern sowie neue Besatzungen einstellen und schulen muss. Auch der frühere Ostertermin dürfte dem Geschäft geholfen haben.

Die Frachttochter Lufthansa Cargo konnte ihren operativen Gewinn fast verdoppeln. Konzernweit hatten Analysten allerdings ein besseres Ergebnis erwartet.

Umsatz stagniert bei knapp 8 Milliarden Euro

Unterdessen stagnierte der Umsatz wegen einer veränderten Rechnungslegung bei konzernweit 7,64 Milliarden Euro. Ohne die Umstellung wäre er um 4,5 Prozent gewachsen. Unter dem Strich stand ein von 68 Millionen auf 57 Millionen Euro verringerter Verlust. Fluggesellschaften fliegen im Winter meist rote Zahlen ein. Ihre Gewinne schreiben sie vor allem in der Hauptreisezeit im Sommer.

Gerade auf typischen Touristenstrecken weitet die Lufthansa ihr Angebot mithilfe von Eurowings kräftig aus. Doch der Ausbau stockt. Wollte der Konzern sein Flugangebot in diesem Jahr anfangs noch um 12 Prozent ausbauen, strich er die Pläne im März schon auf 9,5 Prozent zusammen. Jetzt sollen es nur noch 8,5 Prozent werden. Auch deshalb sollen die Treibstoffkosten in diesem Jahr statt auf 5,9 Milliarden nur auf 5,8 Milliarden Euro steigen.

Die erneute Kappung der Wachstumspläne begründete der Konzern mit Flugausfällen wegen Wetterkapriolen und einer Betriebsversammlung bei Austrian Airlines, sowie mit Lieferproblemen beim Flugzeugbauer Airbus. Neue Mittelstreckenjets der A320neo-Reihe würden mehrere Monate später ausgeliefert als geplant. Hintergrund seien technische Probleme und die daraus folgenden Verzögerungen beim Triebwerksbauer Pratt & Whitney, einer Tochter des US-Konzerns United Technologies.

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Zudem beendet die Lufthansa die Zusammenarbeit mit der Fluggesellschaft Laudamotion von Ex-Rennfahrer Niki Lauda. Die Nachfolge-Airline der insolventen Air-Berlin-Tochter Niki ist bisher mit vier Flugzeugen für Eurowings unterwegs, steht aber vor der Übernahme durch den irischen Billigflieger Ryanair - der Erzrivalin von Eurowings. Die Lufthansa-Tochter zieht nun Ende Mai einen Schlussstrich unter die erst junge Kooperation.

Für die Entwicklung der Ticketpreise zeigte sich die Lufthansa-Führung ähnlich optimistisch wie zuletzt. Bis zur Jahresmitte sollten die Stückerlöse je angebotenem Sitzplatzkilometer weiter leicht steigen und im Gesamtjahr stabil bleiben. Im ersten Quartal legten sie um 1,2 Prozent zu. Unterdessen dreht die Lufthansa wie geplant an der Kostenschraube. Die Stückkosten sollen in diesem Jahr abseits von Währungsschwankungen und Treibstoff wie geplant um 1 bis 2 Prozent sinken

la/dpa-afx
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