Sonntag, 29. März 2020

"Ein Flugplan wie 1955" Lufthansa parkt stillgelegte Flugzeuge auf Landebahnen

Geparkte Lufthansa Maschinen auf der Nordwest-Landebahn am Frankfurter Flughafen:

Ein Flughafen als Parkplatz: Die Lufthansa hat damit begonnen, in der Corona-Krise nicht benötigte Flugzeuge am Frankfurter Flughafen zu parken. Auf der Landebahn Nordwest, die seit Montagfrüh um 8 Uhr bis auf Weiteres gesperrt ist, stellt die Airline die Jets ab. Zunächst seien acht Flugzeuge geparkt worden, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Ziel sei es, möglichst viele Jets platzsparend quer zu Fahrtrichtung auf der Landebahn unterzubringen.

Die Lufthansa leidet stark unter der Corona-Pandemie, die den Flugverkehr an Deutschlands größtem Airport Frankfurt fast zum Erliegen gebracht hat. Wegen Einreisebeschränkungen in vielen europäischen Ländern, aber auch in den USA, fliegen kaum Passagiere.

Auch auf dem Vorfeld des Flughafen Berlin Schönefeld sind inzwischen zahlreiche Lufthansa-Maschinen geparkt. Auch der Flughafen BER eignet sich bestens als riesiger Parkplatz

Auch auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld sind inzwischen zahlreiche Flugzeuge geparkt. Die Lufthansa und ihre Töchter wollen mit einem beispiellosen Sparprogramm durch die Coronakrise kommen. Der Dax-Konzern legt nahezu die gesamte Flotte still, schickt Zehntausende Mitarbeiter in die Kurzarbeit und wirbt um milliardenschwere Staatshilfen.

Airline-Chef Carsten Spohr: "Ausnahmezustand - ein Flugplan wie 1955"
picture alliance/dpa
Airline-Chef Carsten Spohr: "Ausnahmezustand - ein Flugplan wie 1955"

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte vergangene Woche von einem "Ausnahmezustand" für das Unternehmen gesprochen. Der Flugplan für diese Woche sehe genauso aus wie jener von 1955, sagte der Manager.

Nur noch rund 50 Flüge pro Tag plus einige Eurowings-Verbindungen seien geplant. Rund 700 der 763 Flugzeuge in der Konzernflotte sollen nun über mehrere Flughäfen verteilt am Boden stehen, etwa in Frankfurt, München und am Hauptstadt-Flughafen BER. An der Börse setzte die Aktie der Lufthansa am Montag ihren Kursrutsch fort und fiel zeitweise bis auf 9,40 Euro - das ist nahe dem Zehnjahrestief aus dem Jahr 2013.

la/dpa/reuters

© manager magazin 2020
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung