Luftfahrt-Forschungsprojekt Boeing und Nasa bauen spritsparendes Flugzeug

Das Ziel sind bis zu 30 Prozent weniger Emissionen als die umweltfreundlichsten aktuellen Modelle: Der US-Flugzeugbauer Boeing baut im Auftrag der Nasa eine Testmaschine mit außergewöhnlichen Tragflächen.
Nasa-Chef Bill Nelson mit einem Modell des spritsparenden Flugzeugs: Ziel sind 30 Prozent weniger Emissionen als bisher

Nasa-Chef Bill Nelson mit einem Modell des spritsparenden Flugzeugs: Ziel sind 30 Prozent weniger Emissionen als bisher

Foto: Shawn Thew / EPA

Die US-Weltraumbehörde Nasa hat einem Konsortium unter Führung des Luftfahrtkonzerns Boeing den Zuschlag für den Bau und die Erprobung eines besonders emissionsarmen Flugzeugs gegeben. Bei Erfolg könnte der neue Flugzeugtyp in den Dreißigerjahren von den Fluggesellschaften genutzt werden, sagte Nasa-Chef Bill Nelson  (80) bei der Bekanntgabe der Kooperation in Washington.

Die Nasa wird eigenen Angaben zufolge in den kommenden sieben Jahren 425 Millionen Dollar in das Projekt investieren, Boeing und seine Partner weitere rund 725 Millionen Dollar. Zudem wolle die Behörde das Konsortium mit Know-how und der Nutzung ihrer Einrichtungen unterstützen. Bis zum Ende des Jahrzehnts solle das Programm abgeschlossen sein.

Das Testflugzeug – der Projektname lautet "Sustainable Flight Demonstrator" (SFD) – soll dabei eine besondere Tragflächenkonstruktion erhalten: sogenannte Transonic Truss-Braced Wings (TTBW), also besonders lange Flügel, die durch diagonale Streben stabilisiert werden. Diese Bauweise ermögliche einen deutlich geringeren Luftwiderstand als ein herkömmliches Verkehrsflugzeug und könne so den Treibstoffverbrauch entsprechend reduzieren, teilte die Nasa mit. Grundlage des Demonstrationsflugzeugs soll eine sogenannte Single-Aisle-Maschine sein, also ein Flugzeug mit schmalem Rumpf und einem Mittelgang in der Kabine, wie sie die Fluggesellschaften überwiegend in ihren Flotten haben.

Das Ziel sei, den Spritverbrauch im Vergleich zu den effizientesten heutigen Maschinentypen um bis zu 30 Prozent zu senken. Das solle nicht allein durch die innovative Tragflächenkonstruktion, sondern unter anderem auch durch weiterentwickelte Antriebssysteme und Werkstoffe erreicht werden, heißt es in der Mitteilung der US-Weltraumbehörde. Die Luftfahrtindustrie hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2050 ihre CO2-Emissionen auf Null zu reduzieren.

fdi
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