Freitag, 19. Juli 2019

Gewerkschaft kritisiert Insolvenzverfahren scharf Loewe stellt vorerst Betrieb ein

IG Metall fordert Einleitung eines regulären Insolvenzverfahrens

Der Kronacher TV-Gerätehersteller Loewe stellt seinen Betrieb zum 1. Juli vorerst ein. Das meldet der Bayerische Rundfunk am Dienstag. Zuvor sei das Insolvenzverfahren in Eigenregie gescheitert, nun wird es für Loewe ein Verfahren nach Regelinsolvenz geben, heißt es. Das Unternehmen und der Insolvenzverwalter reagiere damit auf die erfolglose Suche nach einem neuen Geldgeber. De Bericht zufolge wurde Rüdiger Weiß von der Kanzlei WallnerWeiß zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Weiß war bereits bis zum Übergang in die Regelinsolvenz der Zuständige Sachwalter der Insolvenz in Eigenregie.

Nur einen Tag zuvor hatte die Gewerkschaft IG Metall noch das vorläufige Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung kritisiert. Das Verfahren sei überstürzt beantragt worden, der Investor Riverrock nur auf Profitmaximierung ausgerichtet, hieß es in einer am Montag versendeten Pressemitteilung der Gewerkschaft. Die Zukunftsängste der 400 Beschäftigten und ihrer Familien spielten für das Unternehmen keine Rolle. Deshalb fordere die IG Metall nun die Einleitung eines regulären Insolvenzverfahrens. Das zuständige Amtsgericht Coburg müsse die Eigenverwaltung der Loewe-Geschäftsführung beenden und einen "qualifizierten Insolvenzverwalter" einsetzen.


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Die Gewerkschaft forderte zudem, alle Beschäftigten in eine Transfergesellschaft zu überführen und ihnen Kurzarbeitergeld zu bezahlen. Wenn es zu einer Fortführung des Betriebes komme, sollten die Beschäftigten zu den bisherigen Konditionen weiterbeschäftigt werden. Am Dienstagvormittag wollten die Beschäftigten laut IG Metall bei einer Demonstration vor dem Loewe-Werk in Kronach ihrem Unmut Luft machen.

Schon lange hatte Loewe mit massiven Umsatzeinbrüchen zu kämpfen. Bei dem oberfränkischen Traditionsunternehmen stieg die britische Investmentgesellschaft Riverrock ein. Anfang Mai 2019 beantragte das Unternehmen bei Gericht ein Insolvenzverfahren in Eigenregie. Dieses sollte nach ursprünglichen Plänen der Firma am 1. August eröffnet werden. Am Dienstag hieß es, bis zum 01. Juli seien sowohl die Zahlungen der Löhne und Gehälter im Rahmen von Insolvenzgeld, wie auch die Aufrechterhaltung des operativen Geschäftes sichergestellt. Wie es mit dem Unternehmen nun weiter geht, werden die nächsten Wochen entscheiden.

akn mit dpa

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