Absatzminus bei Büroschuhen Lloyd stellt Made in Germany ein

Seit Jahrzehnten stattet Lloyd die Büro-Gemeinde mit klassischem Schuhwerk aus. Weil die Büro-Gemeinde schrumpft, schließt jetzt auch die Produktion in Deutschland.
Auslaufmodelle: Schuhe aus der Lloyd-Fabrik in Sulingen.

Auslaufmodelle: Schuhe aus der Lloyd-Fabrik in Sulingen.

Foto: Ingo Wagner/ picture alliance / dpa

Der Schuhhersteller Lloyd gibt seine Serienproduktion in Deutschland auf. Die Fertigung im niedersächsischen Sulingen werde eingestellt, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit, nachdem mehrere Medien über die Pläne berichtet hatten. Zuletzt waren in der Fabrik knapp 60 Kilometer südlich von Bremen noch 1350 Paar Schuhe pro Arbeitstag hergestellt worden. Auch in der Verwaltung will Lloyd sparen. Insgesamt fallen etwa 125 Vollzeitstellen weg. Neben dem Standort Sulingen produziert Lloyd in Rumänien und Indien.

"Diese Entscheidung war die härteste, die ich in meiner Berufslaufbahn bisher treffen musste", sagte der seit mehr als 30 Jahren für Lloyd tätige Sprecher der Geschäftsführung, Andreas Schaller. "Uns ist allen bewusst, dass die Einstellung der Serienproduktion in Deutschland einen harten Einschnitt bedeutet."

Wegen der coronabedingten Schließung der Geschäfte im März sei die Nachfrage weltweit weitgehend ausgeblieben, hieß es, besonders nach formellen Schuhen. Viele Arbeitgeber hatten ihre Büro-Mitarbeiter in die Heimarbeit geschickt - und wollen auch weiter Arbeit im Home Office ermöglichen oder sogar fördern.

Für das laufende Geschäftsjahr rechne das Unternehmen daher mit einem Umsatzrückgang von 30 Prozent. 2019 hatte Lloyd noch einen Umsatz von rund 130 Millionen Euro erwirtschaftet. Rund 1900 Menschen arbeiteten in dem Jahr für das Unternehmen, davon knapp 700 in Deutschland.

soc/dpa-afx
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