Zoff um die Zukunft von Linde: Arbeitnehmer versus Kapital Die Zerreißprobe: Wie würden Sie entscheiden?

Wolfgang Reitzle.

Wolfgang Reitzle.

Foto: Andreas Pohlmann für manager magazin

Wolfgang Reitzle steht vor der wohl kniffligsten Entscheidung seiner langen Karriere: Der Aufsichtsratschef des Gase-Konzerns Linde will das Dax-Mitglied in einer rund 60 Milliarden Euro schweren Operation mit dem US-Konkurrenten Praxair fusionieren. Reitzles Argument: Linde  und Praxair wären zusammen Weltmarktführer.

Das Problem des 68-Jährigen: Die Arbeitnehmervertreter sind dagegen. Ihr Argument: Tatsächlich sei das Projekt keine Fusion, sondern ein Verkauf Lindes an Praxair. Die US-Amerikaner würden danach durchregieren, Linde hätte das Nachsehen.

Im Aufsichtsrat stehen sich die sechs Vertreter der Kapitalseite und die sechs Vertreter der Arbeitnehmerseite inzwischen unversöhnlich gegenüber. Spätestens auf ihrer Sitzung am 3. Mai müssen die Aufsichtsräte entscheiden, ob der Zusammenschluss kommen soll oder nicht - das Aktionärstreffen findet am 10. Mai statt.

Bleibt es bei diesem Patt, ist Reitzle der entscheidende Mann: Als Aufsichtsratsvorsitzender hat er dann ein Doppelstimmrecht.

Im konsensorientierten Wirtschaftsdeutschland wird dieses Recht allerdings nur sehr selten gezogen. Wie würden Sie entscheiden?

(Die aktuellen Entwicklungen bis zur Aufsichtsratssitzung können Sie auf unserer Themenseite zu Lindeverfolgen; das große mm-Porträt "Der Beste oder nichts" über Wolfgang Reitzlefinden Sie hier.)

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.