Montag, 22. April 2019

US-Behörden geben mündliche Zusage für Deal mit Praxair Fusion von Dax-Konzern Linde praktisch perfekt

Am Ziel: Lindes Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle.

Die Fusion des deutschen Traditionskonzerns Linde mit dem US-Rivalen Praxair ist praktisch perfekt. Nach Informationen von manager-magazin.de hat die amerikanische Wettbewerbsbehörde FTC am Mittwoch dem Board von Praxair mündlich seine Zustimmung angekündigt. Das formale, schriftliche Dokument dazu solle in den nächsten Tagen folgen.

Damit ist der Verlust der Eigenständigkeit eines der traditionsreichsten deutschen Großkonzerne besiegelt. Der Industriegasehersteller Linde, gegründet 1879 in München, schließt sich mit dem kleineren Konkurrenten Praxair zum Weltmarktführer vor Air Liquide aus Frankreich und Air Products aus den USA zusammen. Gemeinsam setzen sie dann rund 27 Milliarden Euro um und beherrschen fast 40 Prozent des Weltmarktes. Industriegase werden in vielen Produktionsprozessen eingesetzt und beispielsweise auch in der Medizin.

Die US-Wettbewerbsbehörde hatte zuletzt den Verkauf weiterer Geschäftsteile verlangt, um die dominierende Position der beiden Firmen in dem Markt abzuschwächen. Die finalen Details sind aber noch unklar. Einen Großteil wird ein Konsortium aus dem deutschen Familienunternehmen Messer und dem Finanzinvestor CVC übernehmen.

Der Deal ist ein großer Erfolg für Lindes Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle, 69. Er hatte Linde Börsen-Chart zeigen von 2003 bis 2014 als Vorstandschef geführt und von einem Mischkonzern unter anderem auch mit Gabelstaplern und Kühltruhen in einen

reinen Gaseanbieter umgebaut. Seit 2016 bestimmt Reitzle das Schicksal Lindes von der Position des Aufsichtsratschefs aus. Nach der Fusion mit Praxair wird er Chairman des gemeinsamen Konzerns - ein Posten, der deutlich besser bezahlt wird als der Job des Aufsichtsratsvorsitzenden eines deutschen Konzerns. Schon für Anfang kommender Woche soll Reitzle die ersten gemeinsamen Sitzungen der Top-Manager von Linde und Praxair anberaumt haben. Ein Sprecher Lindes lehnte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters einen Kommentar ab.

cn, soc

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