Montag, 22. April 2019

Guter Jahresauftakt Linde präsentiert sich vor Praxair-Fusion in Bestform

Linde-Zentrale in München: Gewinn trotz des schwachen Dollars im ersten Quartal gesteigert

Der Industriegasekonzern Linde sieht sich vor der Fusion mit dem US-Rivalen Praxair in guter Form. Zwar ging der Umsatz wegen des schwachen Dollars zurück. Der operative Gewinn (Ebitda) legte jedoch im ersten Quartal um 3,8 Prozent auf 1,08 Milliarden Euro zu, wie Linde am Mittwoch in München mitteilte. Ohne Währungseffekte hätte sogar ein Plus von 12 Prozent zu Buche gestanden.

"Wir sind erneut gewachsen und haben unsere Profitabilität deutlich gesteigert", sagte Vorstandschef Aldo Belloni. Effizienzsteigerungen und die gute Konjunktur hätten die Rendite kräftig nach oben getrieben. Auch unter dem Strich stand ein höherer Gewinn von 384 (Vorjahr: 311) Millionen Euro, obwohl die Kosten der Fusion sich auf 122 Millionen verdreifachten. Die Aktie Börsen-Chart zeigen notierte in einem schwachen Marktumfeld knapp 1 Prozent im Plus.

Linde bekräftigte, die beiden Fusionspartner gingen immer noch davon aus, dass die kartellrechtlichen Genehmigungen rechtzeitig vorlägen, so dass der geplante Zusammenschluss im zweiten Halbjahr vollzogen werden kann. Linde und Praxair wären bei einem Zusammenschluss Weltmarktführer in der Branche und wollen die Wettbewerbshüter vor allem in Brüssel und den USA mit dem Verkauf von Unternehmensteilen milde stimmen. "Linde befindet sich in konstruktiven Gespräche mit den entsprechenden Behörden und parallel dazu mit potenziellen Käufern."

Linde und Praxair haben sich vorbehalten, einen Rückzieher zu machen, wenn sie wegen der Auflagen mehr als 3,7 Milliarden Euro Umsatz oder 1,1 Milliarden Euro operativen Gewinn (Ebitda) abgeben müssten. Ein Automatismus ist das aber nicht. Die Zeit drängt: Bis zum 24. Oktober muss die Fusion unter Dach und Fach sein. Die EU-Kommission hat sich für ihre Prüfung bis zum 9. August Zeit genommen. Erste Gebote für verschiedene Teile von Linde und Praxair liegen bereits vor.

Zum Jahresstart litt vor allem das Geschäft in den USA und in Asien unter dem starken Euro. Dazu kamen die Effekte der neuen Bilanzierungsregeln IFRS 15, die eine andere Verbuchung des Umsatzes verlangen. Insgesamt schrumpfte der Umsatz um 7,8 Prozent auf 4,04 Milliarden Euro. Ohne die Sondereffekte wäre er um 1,4 Prozent gestiegen.

Für das Gesamtjahr erwartet Linde - um Währungs- und Bilanzierungseffekte bereinigt - weiterhin ein Plus von bis zu 4 Prozent. Der währungsbereinigte Betriebsgewinn soll um bis zu 5 Prozent steigen.

mg/rtr/dpa-afx

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