Güterverkehr Schifffahrt auf Mittelrhein eingestellt – Aussicht auf steigende Pegel

Ein Schiff ist auf dem Mittelrhein in der Fahrrinne mit Maschinenschaden liegengeblieben. Andere Schiffe können an dieser engen Stelle des Flusses nicht passieren. Die Wasserstraße ist vorerst gesperrt.
Loreleyfelsen bei St. Goar: Hier ist ein Güterschiff in der Fahrrinne mit Motorschaden liegengeblieben

Loreleyfelsen bei St. Goar: Hier ist ein Güterschiff in der Fahrrinne mit Motorschaden liegengeblieben

Foto: DPA

Neben dem Niedrigwasser hat ein liegengebliebenes Güterschiff den Schiffsverkehr auf dem Rhein behindert und zeitweise für eine Sperrung gesorgt. Das 190 Meter lange und fast 23 Meter breite Güterschiff blockierte seit der Nacht auf Mittwoch nach einem Maschinenschaden die Fahrrinne zwischen St. Goar und Oberwesel in Rheinland-Pfalz. Zunächst konnte kein Schiff mehr die Engstelle passieren, wie die Wasserschutzpolizei mitteilte.

Im Verlauf des Vormittags wurde das Schiff schließlich weggeschleppt. Es werde von der Unglücksstelle nach Bingen gebracht, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei. Die Schifffahrt sollte flussaufwärts zur Mittagszeit wieder freigegeben werden. Bis Schiffe wieder rheinabwärts fahren können, dürfte es "locker 14 Uhr werden". Ob die Havarie des Güterschiffs etwas mit dem Niedrigwasser zu tun hatte, war zunächst unklar. Es sei denkbar, dass es deshalb Probleme mit den Schrauben gebe, so der Sprecher. Dies sollten Taucher klären, wenn das Schiff in Bingen angekommen sei.

In Sachen Niedrigwasser ist für die nächsten Tage Entspannung in Sicht, es soll laut Deutschem Wetterdienst regnen. Wegen des seit Wochen anhaltenden Niedrigwassers können Binnenschiffer weniger Fracht an Bord befördern.

Wegen der anhaltenden Trockenheit ist der Wasserstand des Rheins nun auch im nordrhein-westfälischen Duisburg auf ein historisches Tief gefallen. Am späten Vormittag habe der Pegel in Duisburg-Ruhrort 1,51 Meter angezeigt, sagte ein Sprecher der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) in Duisburg am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Der bisher niedrigste bekannte Wasserstand war 1,53 Meter beim Niedrigwasser Ende Oktober 2018.

Am Dienstag hatte der Rheinpegel bereits in Emmerich kurz vor der niederländischen Grenze einen historischen Tiefststand von null Zentimetern erreicht. Dort wurden am Mittwochmorgen minus zwei Zentimeter gemessen.

Die Pegelstände sind nicht zu verwechseln mit dem tiefsten Punkt im Fluss. Die Fahrrinnen für die Berufsschifffahrt sind deutlich tiefer als der Wasserstand laut Pegel. Dieser zeigt lediglich die Differenz zwischen der Wasseroberfläche und dem sogenannten Pegelnullpunkt, der nicht am tiefsten Punkt der Flusssohle liegt.

Die 1,51 Meter in Duisburg stellten natürlich einen Rekord dar, faktisch habe das für die Schifffahrt aber keine weiteren Auswirkungen außer den bekannten Einschränkungen, sagte der Sprecher. Für die Schifffahrt stünden in Duisburg in der Fahrrinne immer noch 1,98 Meter Wasser zur Verfügung.

dri, rei/dpa
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