Montag, 22. Juli 2019

Merlin Entertainment vor Börsenrückzug Lego kauft Legoland Parks und Madame Tussauds

Hochzeit: Lego übernimmt Merlin Entertainment zusammen mit zwei Investoren komplett
Steve Parsons/dpa
Hochzeit: Lego übernimmt Merlin Entertainment zusammen mit zwei Investoren komplett

Die Familie des Lego-Gründers Ole Kirk Kristiansen übernimmt den Freizeitparkbetreiber Merlin Börsen-Chart zeigen. Zusammen mit zwei weiteren Investoren sei ein Übernahmeangebot für den britischen Betreiber Merlin Entertainments abgegeben worden, gab die von den Nachfahren des Spielklötzchen-Erfinders kontrollierte Hauptaktionärsgesellschaft Kirkbi am Freitag bekannt. Damit gelangt Lego auch wieder die Oberherrschaft über die acht Legoland-Parks zurück.

Das Angebot beläuft sich auf 5,9 Milliarden Britische Pfund. Merlin teilte mit, man halte die Verkaufsbedingungen für fair und angemessen. Deshalb empfehle man den Anteilseignern, dem Kauf zuzustimmen. Kirkbi-CEO Søren Thorup Sørensen erklärte, die Investorengruppe verfüge gemeinsam über die Möglichkeiten, Merlin und damit auch die Legoland-Parks und -Zentren für ihre nächste Wachstumsphase auszustatten. Die Legoland-Parks und die übrigen Sparten von Merlin könnten sich am besten abseits der Börse entwickeln.

Schon im Mai hatte der aktivistische Merlin-Investor Value Act gefordert, das Unternehmen von der Börse zu nehmen, weil sich nur so die nötigen Investitionen finanzieren ließen. Damals notierte die Aktie bei 333 Pence, schoss aber in Folge des Briefs nach oben. Am Freitagmittag notiert die Aktie mit einem Plus von 14 Prozent bei 4,91 Euro.

Merlin besitzt neben den Legoland-Parks weltweit 130 Freizeitzentren und -attraktionen, unter anderen das berühmte Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds in Berlin, den Heide Park Soltau, das Sea Life Aquarium in Timmendorfer Strand und die Dungeons in Hamburg, Berlin und Amsterdam. Darüber hinaus gehören auch der britischen Themenpark Alton Towers, zehn Hotels und sieben Feriendörfer zum Freizeitimperium des in Großbritannien ansässigen Unternehmens. Laut eigenen Angaben besuchen jährlich rund 67 Millionen Gästen die Freizeitattraktionen. Während der Saison arbeiten dort bis zu 28.000 Menschen.

Lego hatte 2005 die damals vier Legoland-Parks an Merlin verkauft. Damals steckte das dänische Unternehmen finanziell in der Krise. Kirkbi sicherte sich jedoch zu dem Zeitpunkt 30 Prozent der Anteile an Merlin. Heute gibt es laut eigenen Angaben acht Legoland-Parks weltweit.


Lesen Sie auch: Enkel von Lego-Erfinder verlässt Verwaltungsrat


Künftig soll Kirkbi der Offerte zufolge 50 Prozent der Anteile halten, die übrigen 50 Prozent liegen bei Blackstone und dem kanadischen Pensionsfonds CPPIB. Der US-Investor war schon zwischen 2005 und 2013 zusammen mit Kirkbi an Merlin beteiligt, dann brachten beide die Firma an die Börse.

Ein Insider sagte, das Konsortium um Kirkbi habe bereits vor dem Vorstoß von ValueAct im Mai ein erstes Angebot über 425 Pence je Aktie vorgelegt. Bei 455 Pence schlug die Führung von Merlin nun ein. Es ist damit eine der größten Firmenübernahmen durch Beteiligungsgesellschaften in diesem Jahr.

dpa-afx/rtr/akn

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung