Unfertiges Kreuzfahrtschiff Global Dream II soll verschrottet werden

Das unfertige Kreuzfahrtschiff Global Dream II, das eigentlich eines der größten der Welt werden sollte, hat offenbar keine Zukunft mehr. Der Insolvenzverwalter findet keinen Käufer. Nun ruht seine Hoffnung auf dem Schwesterschiff.
Global Dream I: Der Fokus des Insolvenzverwalters liegt jetzt voll auf diesem Schiff, das schwimmfähig im Dock in Wismar liegt

Global Dream I: Der Fokus des Insolvenzverwalters liegt jetzt voll auf diesem Schiff, das schwimmfähig im Dock in Wismar liegt

Foto: ANNEGRET HILSE / REUTERS

Noch nicht einmal fertiggestellt, soll das Mega-Kreuzfahrtschiff der MV Werft laut dem Magazin "An Bord " wieder verschrottet werden: die Global Dream II. Die MV Werften gehören zu der Holdinggesellschaft Genting Hongkong – beide Unternehmen haben im Januar Konkurs angemeldet.

Bislang hat der Insolvenzverwalter keinen Käufer für das Schiff gefunden, das eigentlich einmal eines der größten Kreuzfahrtschiffe der Welt werden sollte. Aktuell befindet sich das halb fertige Schiff im Dock der Warnemünder Werft. Die Maschinen und viele Anlagen waren bereits vor der Insolvenz vor Ort. Zumindest davon könne ein Teil noch verkauft werden, wie der Insolvenzverwalter Christoph Morgen am vergangenen Freitag bei einer Pressekonferenz mitteilte. Der Rumpf soll dann zum Schrottpreis verwertet werden.

Global Dream I ist schwimmfähig

Nun bleibt noch Hoffnung auf das Schwesterschiff Global Dream I. Es ist ebenfalls unvollständig und liegt laut der Zeitung im Dock der MV Werften in Wismar. Die Werft in Wismar war am Donnerstag an die Kieler Thyssenkrupp Marine Systems verkauft worden, die dort ab 2024 Militärschiffe bauen will. Bis dahin muss die Global Dream I verlegt werden.

Die Global Dream I sei in Wismar zu etwa 80 Prozent fertiggestellt, sagte Morgen dem "NDR". Das Schiff ist schwimmfähig und kann, wenn es an einen Hochseeschlepper angehängt wird, an einen anderen Ort geschleppt werden.

Für den Kauf und die Fertigstellung der Global Dream I habe es zwar einen Interessenten gegeben, doch nie ein angemessenes Angebot. Die Holdinggesellschaft Stena AB aus Schweden wollte das Schiff ursprünglich kaufen, hat aber laut "An Board" das Angebot wieder zurückgezogen. Der Grund: Die Unsicherheit auf dem asiatischen Kreuzfahrtmarkt sowie die strengen Reisebeschränkungen in China.

Das Schiff wurde zudem für den Einsatz in Asien konzipiert, ein neuer Eigentümer müsste also eine beträchtliche Summe investieren, um die Kabine, das Deck und das Antriebskonzept umzugestalten, wenn er es anderswo auf der Welt einsetzen wollte, schreibt die Zeitung weiter. Wenn sich zeitnah kein Käufer mit einem ernsthaften Angebot findet, werde der Insolvenzverwalter das Schiff in einem Bieterverfahren veräußern.

Bund will Standort Rostock übernehmen

Die insolventen MV Werften haben auch noch einen Standort in Rostock. Diesen will die Bundesregierung möglicherweise kaufen, um dort künftig in Eigenregie die Instandsetzung von Marineschiffen sicherzustellen. Im Verteidigungsministerium liefen weitreichende Planungen für ein Angebot zur Übernahme.

Die noch nicht abgeschlossenen Planungen sähen vor, dass die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) die Infrastruktur der Werft übernehmen könnte. In welcher Form die Werftarbeiter in den öffentlichen Dienst wechseln können, ist Gegenstand von Beratungen. Genannt wird eine Zahl von etwa 400 bis 500 Beschäftigten. Teilweise werden geringere Gehälter gezahlt, jedoch gilt die Sicherheit der Arbeitsplätze dann als hoch.

sio mit Material von dpa