Freitag, 23. August 2019

Neuer Mann kommt von Anheuser-Busch Kraft Heinz setzt CEO ab

Ab Juli bestimmt bei Kraft Heinz ein neuer Chef die Rezeptur der Konzern-Strategie

Der US-Lebensmittelkonzern Kraft Heinz Börsen-Chart zeigen hat einen neuen Chef berufen. CEO Bernardo Hees soll den Konzern Ende Juni verlassen. Die Führung des Konzerns soll dann im Juli Miguel Patricio (52) übernehmen. Hees hatte Kraft Heinz seit dem von den Investoren Warren Buffett und 3G Capital orchestrierten Merger im Jahr 2015 geleitet.

Miguel Patricio
Craig Barritt/ Getty Images/ AFP
Miguel Patricio

Auf Patricio, der bis 2018 für Anheuser-Busch tätig war, kommt die Aufgabe zu, den Hersteller der Marken wie Heinz Ketchup und Philadelphia-Frischkäse wieder zu gewohntem Erfolg zurück zu führen. Zuletzt hatte der Konzern Anleger schockiert, als mitgeteilt wurde, rund 15 Milliarden Dollar abzuschreiben - unter anderen wegen Wertverlusten von Marken. Zudem wurde Ende Februar bekannt, dass die US-Börsenaufsicht SEC die Rechnungslegung und internen Kontrollen von Kraft Heinz prüfen wolle. Der Aktienkurs hatte daraufhin deutlich nachgelassen.

Dem Nahrungsmittelkonzern machen derzeit die sich rasch ändernden Konsumgewohnheiten zu schaffen, sagen Marktbeobachter. Weltweit setzten die Menschen zunehmend auf frische und regionale Lebensmittel und machten einen Bogen um Fertigprodukte.

Patricio gilt als Marketing-Fachmann. Zwei Jahrzehnte arbeitete der gebürtige Portugiese für Anheuser-Busch Börsen-Chart zeigen , wo er zuletzt den Posten des Chief Marketing Officer inne hatte. Zuvor war er auch für Philip Morris, Coca-Cola Börsen-Chart zeigen-Cola und Johnson & Johnson Börsen-Chart zeigen tätig.

Streit mit Edeka

In Deutschland sorgte zuletzt der Konflikt zwischen Lebensmittelhändler Edeka und Kraft Heinz um Preissteigerungen für die Produkte des US-Riesen für Aufsehen. Edeka nahm Heinz-Produkte aus den Regalen und soll laut Medienberichten bereits eine eigene Ketchup-Marke planen.


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Kraft Heinz hatte die Preissteigerung für Ketchup und weitere Produkte mit einer "Mehrwertstrategie" begründet. Den Berichten zufolge sollen Aktionen bei Discountern reduziert und Vollsortimenter mit neuen Produkten und Qualität gestärkt werden. Edeka selbst sehe die Preiserhöhungen als unbegründet an , hieß es in Medien. Schuld an den Preissteigerungen seien Forderungen von Finanzinvestoren wie Warren Buffett.

akn mit rtr

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