Montag, 24. Februar 2020

Handelskonflikte und Brexit belasten Auftragsflaute für deutsche Industrie setzt sich fort

Konjunktur: Weniger Aufträge aus dem Ausland machen deutscher Industrie zu schaffen
Sebastian Kahnert / DPA
Konjunktur: Weniger Aufträge aus dem Ausland machen deutscher Industrie zu schaffen

Die Schwächephase in der deutschen Industrie nimmt kein Ende. Im Dezember mussten die Industrieunternehmen beim Auftragseingang überraschend einen erneuten Dämpfer einstecken. Im Monatsvergleich sei die Zahl der neuen Aufträge um 2,1 Prozent gesunken, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sanken die Aufträge um 8,7 Prozent. Eine wesentliche Ursache für die enttäuschenden Daten sehen Experten in der schwachen Entwicklung bei den Bestellungen aus dem Ausland.

Bei den Aufträgen aus anderen Ländern meldete das Bundesamt einen Rückgang um 4,5 Prozent im Monatsvergleich. Die Auftragseingänge aus der Eurozone sackten dabei um 13,9 Prozent ab.

"Die Handelskonflikte und das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU haben zum Jahresende massiv belastet", erklärte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP-Bank die schwachen Auftragsdaten. Nachdem wichtige Stimmungsindikatoren aus der deutschen Wirtschaft zuletzt Hoffnung auf bessere Zeiten geweckt hatten, waren die Auftragsdaten aus dem Dezember nach Einschätzung des Commerzbank-Analysten Ralph Solveen "eine kalte Dusche". 2020 werde für die deutsche Wirtschaft ein sehr schwieriges Jahr.

Allerdings war die Entwicklung im Vormonat November nicht ganz so schwach wie bisher gedacht ausgefallen. Das Bundesamt revidierte den Auftragseingang nach oben. Demnach habe es im Monatsvergleich nur einen Rückgang um 0,8 Prozent gegeben, nachdem zunächst ein Rückgang um 1,3 Prozent gemeldet worden war.


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Mit Blick auf die kurzfristige Entwicklung in der deutschen Industrie bewertet ING-Ökonom Brzeski die Lage nach wie vor als "düster". Laut Commerzbank-Experte Solveen deutet der schwache Auftragseingang darauf hin, dass die deutsche Industrieproduktion im ersten Quartal trotz besserer Stimmungsindikatoren sinken werde. "Insgesamt bleibt der Ausblick für die Industriekonjunktur verhalten", hieß es in einer Stellungnahme des Bundeswirtschaftsministeriums.

Für die einzelnen Bereiche der Industrie meldete das Bundesamt bei den Herstellern von Investitionsgütern einen Rückgang um 3,9 Prozent. Im Bereich der Konsumgüter gingen die Aufträge demnach um 3,8 Prozent zurück. Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern sei der Auftragseingang im Dezember hingegen um 1,4 Prozent höher gewesen als im Vormonat.

dpa/akn

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