Samstag, 19. Oktober 2019

Nach Absage der Haldex-Übernahme Knorr-Bremse prüft Börsengang

Heinz Hermann Thiele: "Wir befassen uns sehr intensiv mit dem Thema Börsengang"
Bloomberg via Getty Images
Heinz Hermann Thiele: "Wir befassen uns sehr intensiv mit dem Thema Börsengang"

Der Münchner Nutzfahrzeug- und Eisenbahn-Zulieferer Knorr-Bremse könnte schon im nächsten Jahr an die Börse gehen. "Wir prüfen verschiedene Optionen zur zukünftigen Ausrichtung der Knorr-Bremse AG", sagte Miteigentümer Heinz Hermann Thiele dem "Handelsblatt" (Mittwochausgabe) laut einem Vorabbericht. "Die Möglichkeit eines Börsenganges wird vorrangig geprüft, wir befassen uns sehr intensiv mit dem Thema."

Eine Entscheidung könne in den kommenden Monaten fallen, sagte der 76-Jährige, dem das Unternehmen gemeinsam mit seiner Tochter Julia gehört. "Die Mehrheit soll aber bei der Familie bleiben", betonte Thiele.

Der Autozulieferer Knorr-Bremse hatte zuvor bekannt gegeben, dass er die geplante Übernahme des schwedischen Konkurrenten Haldex nicht weiter verfolgt. Die 580 Millionen Euro schwere Offerte werdezurückgezogen, die Bemühungen um eine Kartellfreigabe beendet, teilte Knorr-Bremse am Dienstag mit.

Die Führung von Haldex verweigere die erforderliche Zusammenarbeit für eine Fortsetzung des Kartellfreigabeverfahrens. "Unser Ansatz war stets eine freundliche Übernahme. All unsere Bemühungen, auf Haldex zuzugehen, wurden zurückgewiesen", erklärte Knorr-Chef Klaus Deller. "Wir werden nun andere Alternativen verfolgen."

Das Haldex-Management hatte sich gegen eine Übernahme durch Knorr-Bremse gestemmt, die Chancen für eine Genehmigung durch die Kartellbehörden schätzten die Schweden als "sehr gering" ein. Anfang September lehnte die schwedische Börsenaufsicht (SSC) die Verlängerung der Angebotsfrist ab, die Knorr-Bremse wegen der der kartellrechtlichen Prüfung in Brüssel bis zum 9. Februar hatte ausweiten wollen.

Knorr-Bremse wollte mit Haldex einen breiter aufgestellten Zulieferer für die Nutzfahrzeug-Industrie schmieden. Dazu hatten die Münchener im Herbst vergangenen Jahres mit ihrem Angebot den Autozulieferer ZF Friedrichshafen ausgestochen, der rund ein Fünftel an Haldex besitzt.

rei/la/reuters/dpa-afx

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