Donnerstag, 22. August 2019

Kanadier forcieren K+S-Übernahme Potash lockt K+S-Vorstand mit Jobversprechen

K+S-Chef Norbert Steiner (l., mit Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow, M.): Potash macht Job- und Gehaltszusagen

Der kanadische Konzern Potash arbeitet hinter den Kulissen unbeirrt weiter an der geplanten Übernahme des Salz- und Düngerhersteller K+S. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete, versucht Potash das K+S-Management mit Geld- und Jobzusagen zu ködern. So soll dem gesamten K+S-Vorstand nach der Übernahme ein Arbeitsplatz zu höheren Bezügen als derzeit angeboten werden. Zudem könnten zwei Personen aus dem K+S-Management in das Potash-Führungsgremium einziehen.

Die Zeitung beruft sich auf Informationen aus Kreisen institutioneller K+S-Anteilseigner, bei denen Potash weiter für den zehn Milliarden Euro schweren Deal werbe. Demnach sollten außerdem für fünf Jahre betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden und Kassel als Zentrale für das Europageschäft erhalten bleiben.

Dass die Vorschlagsliste nun mit Investoren diskutiert werde, sei ein Zeichen, dass Potash den Druck auf K+S erhöhe, fassten die Analysten von Equinet zusammen. Potash sei offenbar weiterhin sehr stark an einer "freundlichen" Übernahme interessiert, hieß es. Das K+S-Management lehnt Übernahmegespräche mit den Kanadiern weiterhin ab, unter anderem weil es die Potash-Offerte mit 41 Euro pro Aktie als zu niedrig erachtet.

Der Kurs der K+S-Aktie legte am Donnerstag in der Spitze um 8,5 Prozent zu auf 32,46 Euro. Die Papiere waren damit größter Dax -Gewinner. "Die Anleger hoffen auf ein Entgegenkommen und einen möglichen Deal", sagte ein Händler. "Wir glauben, dass Potash nicht lockerlässt", urteilte die DZ Bank.

ts/dpa-afx/Reuters

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