Donnerstag, 14. November 2019

K+S nach der geplatzten Übernahme Casino Royale in Kassel - Zocken mit fremdem Geld

Rien ne va plus! K+S-Aktionäre müssen sich damit abfinden, dass Potash so schnell kein Angebot mehr vorlegt

5. Teil: Chinesische Verhältnisse in Deutschland - staatliche Intervention am Aktienmarkt

Chinesische Verhältnisse in Deutschland, staatliche Intervention am Aktienmarkt?

Außerdem: Was hält den K+S-Vorstand davon ab, kurzfristig aufgrund des Kalipreisverfalls beziehungsweise der Umweltproblematiken Kapazitäten stillzulegen und Arbeitnehmer freizusetzen? Was hält ihn davon ab, nach Eröffnung der Legacy-Mine in Deutschland Minen zu schließen? Was hält die K+S-Aktionäre davon ab, ohne jede Übernahme mit qualifizierter Mehrheit die Liquidation des Unternehmens und seine Gesamtstillegung zu beschließen (bei dem angeblich sensationellen Wert des Legacy-Projektes von mindestens 21 Euro, der kurzfristig deutlich über dem Aktienkurs der K+S liegen dürfte, wäre das ja durchaus eine naheliegende Überlegung)? Muss man in all diesen Fällen künftig damit rechnen, dass deutsche Landesregierungen die Staatsanwaltschaft von der Kette lassen?

Was sollen internationale Investoren davon halten, wenn sie zwar Aktien börsennotierter Unternehmen in Deutschland erwerben können, sie aber bei einem möglichen Verkauf ihrer Aktien in ein Übernahmeangebot der internationalen Presse und den Börsendiensten entnehmen müssen, dass sich einzelne Bundesländer zusammentun, um diese Verkaufsmöglichkeit zu vereiteln? Chinesische Verhältnisse in Deutschland, staatliche Intervention im Aktienmarkt?

Wie sollen ausländische Direktinvestoren diese Vorgehensweise verstehen? Seid willkommen Auslandsinvestoren zur Gründung eurer Unternehmen auf deutschem Boden, aber wenn ihr euer Unternehmen schließen oder verkaufen wollt, dann muss in Deutschland von der Bundeskanzlerin bis zum Dorfvorsteher jeder zustimmen?

Welchen Einfluss hat die Einmischung der deutschen Landespolitik künftig auf die internationale Expansion deutscher Unternehmen, die sich in der Vergangenheit reihenweise in großem Stil im Ausland als Übernehmer börsennotierter Unternehmen betätigt haben? Hat man darüber in Erfurt, Hannover und Wiesbaden auch nur nachgedacht?

Man sieht, die Potash-Offerte wird noch für viel Gesprächsstoff sorgen. Leider hilft das den K+S-Aktionären nicht mehr, ihre Jetons hat der K+S-Vorstand verzockt.

Jan D. Bayer ist Mitglied der MeinungsMacher. Trotzdem gibt diese Kolumne nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion des manager magazins wider.

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