Mittwoch, 22. Mai 2019

Düngemittler K+S tauscht zuletzt glücklosen CEO aus Und wieder: Der Finanzfachmann wird Vorstandschef

Fand ihn bis zuletzt spitze: K+S-Aufsichtsratschef Ralf Bethke (r.) mit seinem jetzt scheidenden Vorstandschef Norbert Steiner.

Die Weichen für den Führungswechsel beim Salz- und Düngemittel-Hersteller K+S sind gestellt: Finanzvorstand Burkhard Lohr löst im Mai 2017 Vorstandschef Norbert Steiner ab, wie das Kasseler Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Steiner, der in diesem November seinen 62. Geburtstag feiert, geht am 11. Mai 2017 - einen Tag nach der Hauptversammlung - in den Ruhestand, wie er bereits im Frühjahr angekündigt hatte. Steiner steht seit Juli 2007 an der Spitze von K+S, im Vorstand sitzt er seit gut 16 Jahren.

Lohr galt als Favorit für den Posten. Der 53-Jährige bringe nicht nur Erfahrung in der Finanzwirtschaft mit, betonte Aufsichtsratschef Ralf Bethke. "Wir sind überzeugt, dass mit Burkhard Lohr an der Spitze der Generationenwechsel weiter vorangetrieben wird."Zuletzt hatte auch der Medizinkonzern Fresenius seinen Finanzvorstand zum neuen CEO bestimmt.

Der Vertrag des neuen K+S-Chefs läuft bis Mai 2020 weiter. Lohr war vor vier Jahren vom Baukonzern Hochtief zu K+S gekommen. Der promovierte

Betriebswirtschaftler hatte seine Laufbahn bei Mannesmann begonnen. Zusammen mit Steiner wehrte er im vergangenen Jahr den Angriff des kanadischen Konkurrenten Potash ab, der K+S für knapp acht Milliarden Euro kaufen wollte. Die K+S-Aktie stürzte danach ab: Heute ist sie mit gut 18 Euro halb so viel wert wie vor einem Jahr. K+S ist aus dem Leitindex Dax abgestiegen. Dem Konzern macht der Preisverfall bei Düngemitteln zu schaffen.

Bethke hatte Steiner nach Spekulationen über einen vorzeitigen Führungswechsel den Rücken gestärkt. Der Aufsichtsrat sei mit seiner Arbeit "sehr zufrieden". Allerdings droht Steiner ein Prozess in Thüringen: Das Landgericht Meiningen will bis Anfang September entscheiden, ob die Anklage gegen ihn wegen des Verdachts der Gewässerverunreinigung zugelassen wird. Es geht um die Ablagerung von Salzlauge und anderen Abfallstoffen in den Jahren 1999 bis 2007. Die Anklage richtet sich gegen insgesamt 14 Mitarbeiter von K+S, darunter auch den damaligen Konzernchef Bethke. Lohr hatte damals noch nicht für K+S gearbeitet.

Nach der Beförderung Lohrs braucht K+S zwei neue Vorstände. Der für das Kali-Geschäft verantwortliche Andreas Radmacher hatte sich im Februar verabschiedet. Über die Neubesetzung beider Posten werde der Aufsichtsrat "zeitnah" entscheiden, teilte K+S mit.

Reuters, soc

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