Mittwoch, 13. November 2019

EXKLUSIV Siemens Investoren uneins über Joe Kaesers Zukunft

Joe Kaeser: Die Einen wollen seine Verlängerung - die Anderen fordern seinen schnellstmöglichen Abgang
Hannibal Hanschke/ REUTERS
Joe Kaeser: Die Einen wollen seine Verlängerung - die Anderen fordern seinen schnellstmöglichen Abgang

Siemens' Aktionäre sind uneins darüber, ob Vorstandschef Joe Kaeser seinen Vertrag nach dessen Ablauf Anfang 2021 verlängern sollte. Siemens teilte dem manager magazin mit, dass sich "große und wichtige Investoren für eine Verlängerung des heutigen Mandats bis zur Umsetzung der Vision 2020+ aussprechen". Die großen Frankfurter Investoren Deka Investment und Union Investment sind allerdings gegen Kaesers Verlängerung, wie mm berichtet.

Deka-Fondsmanager Ingo Speich sagte: "Eine zeitnahe Nachfolge ist angeraten." Seine Kollegin bei Union, Vera Diehl, fordert gar Kaesers "schnellstmöglichen Abgang". Das werde den Aktienkurs befördern. "Dann kann Siemens einen Neustart wagen." Deka ist laut Bloomberg achtgrößter Siemens-Eigner, Union der dreizehntgrößte Aktionär.

Der Siemens-Aufsichtsrat hatte Mitte September Siemens-Vorstand Roland Busch zum stellvertretenden Vorstandschef ernannt und mitgeteilt, er werde im Sommer 2020 "über die Nachfolge und den Zeitpunkt der Nachfolge von Joe Kaeser" entscheiden. Wie mm unter Berufung auf Aufsichtsratskreise berichtet, ist Busch damit als kommender CEO gesetzt. "Er soll es werden, wenn er keinen silbernen Löffel klaut", zitierte mm einen Kontrolleur.

Die größten Siemens-Aktionäre, die Siemens-Familie, BlackRock, Vanguard, Deutsche Bank und Norges, wollten laut mm keine Stellung nehmen. Auch die einflussreichen US-Stimmrechtsberatung ISS wollte sich noch nicht zur Nachfolgeplanung von Siemens äußern. "Dafür ist es einfach noch zu früh", sagte ISS-Deutschland-Chef Thomas von Oehsen. An ISS' Empfehlungen orientieren sich die meisten Fondsmanager.

In Kreisen von BlackRock hieß es, der US-Fondsriese habe sich mit Siemens zu dem Thema noch gar nicht auseinandergesetzt; deshalb könne Siemens BlackRocks Haltung derzeit noch nicht kennen.

Busch hat als künftige Chief Information Officer (CIO) die in gleicher Funktion bei Osram tätige Managerin Hanna Hennig abgeworben, wie mm weiter schreibt. Hennig werde direkt an Busch berichten. Hennig war ihren Job bei Osram erst im Juli 2018 angetreten, davor gehörte sie der Geschäftsführung von Eon Business Services an.

Siemens will zudem über einen Personalberater extern nach einer neuen Arbeitsdirektorin suchen, so mm unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. Intern gebe es niemanden, der von den Arbeitnehmern akzeptiert würde. Busch übernimmt das Amt im Dezember von der Anfang 2020 ausscheidenden Personalvorständin Janina Kugel und will es also nur für den Übergang ausüben.

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