Donnerstag, 12. Dezember 2019

Morddrohung gegen Siemens-Chef Joe Kaeser "Der nächste Lübcke"

Siemens-Chef Joe Kaeser im November 2018 bei der Bilanzpressekonferenz seines Konzerns

Siemens-Chef Joe Kaeser hat eine Morddrohung aus dem mutmaßlich rechtsextremen Milieu erhalten. Die Staatsanwaltschaft Deggendorf bestätigte der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag, dass eine Strafanzeige in dem Fall eingegangen sei, nannte aber keine Details. Dem Manager sei per E-Mail gedroht worden, "der nächste Lübcke" zu werden, berichtete zuvor die "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf das Landeskriminalamt (LKA).

Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke war Anfang Juni durch einen Kopfschuss getötet worden. Die ermittelnde Bundesanwaltschaft stuft den Mord als politisches Attentat mit rechtsextremem Hintergrund ein. Kaeser hatte sich zuletzt wiederholt politisch positioniert und unter anderem AfD-Chefin Alice Weidel vorgeworfen, "mit ihrem Nationalismus dem Ansehen unseres Landes in der Welt" zu schaden.

Siemens lehnte eine Stellungnahme zu dem Fall ab. Die Polizei stand für einen Kommentar zunächst nicht zur Verfügung.

Dem Bericht zufolge wurde die Drohung von einer Adresse mit der Kennung "adolf.hitler@nsdap.de" abgeschickt. Die Adresse ist den Sicherheitsbehörden aus einem anderen Fall bekannt. Dennoch bleiben die Hintergründe offen: Das LKA habe darauf hingewiesen, dass es auch denkbar sei, dass der E-Mail-Domain-Server gekapert worden sei, hieß es in dem Bericht. Zudem ist von Hinweisen die Rede, die ins Ausland führen.

luk / dpa

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