Montag, 21. Oktober 2019

Wachsende Investments in der Fertilitätsbranche. Das boomende Geschäft mit der Fortpflanzung

Fortplanzung 3.0: Start-ups für den Kinderwunsch
Getty Images/iStockphoto

Was haben Chelsea Clinton, die Winklevoss-Zwillinge, Oaktree Capital und Goldman Sachs gemeinsam? Sie stecken ihr Geld in neuartige Technologien. Diesmal geht es allerdings nicht um Bitcoin oder Cannabis, sondern um den boomenden Markt mit Fertilitätsdienstleistungen.

Zwei Jahre ist es her, dass Technologiekonzerne wie Google oder Facebook weltweit für Aufsehen sorgten, als sie ankündigten, Mitarbeiterinnen das Einfrieren ihrer Eizellen zu bezahlen. "Google's hot new perk" schrieben damals US-Medien. Und es wurde diskutiert, ob es wohl geschäftliche Interessen seien, die die Konzerne zu dieser Wohltat für die Beschäftigten treiben.

Seitdem ist es um die neuen Technologien deutlich stiller geworden. Hierzulande. In Ländern wie Frankreich werden hingegen derzeit Gesetzesänderungen diskutiert, um den Markt für künstliche Befruchtungen zu öffnen - auch für alleinstehende Frauen. Und in den USA hat sich ein boomender Markt etabliert, in dem Start-ups mit neuen, bislang ungekannten Angeboten um Kundinnen und Kunden buhlen, die aktuell zwar noch keine Kinder haben wollen, sich die Option dafür aber gerne offen halten wollen.

Fortpflanzungssplanung als Club-Event

Die Geschäftsmodelle, die in den vergangenen Jahren entstanden sind, sind so bunt wie die Social-Media-Profile ihrer Kunden - und erinnern in ihrer Aufmachung teilweise an Netflixabos. Von Pop-up-Kliniken, in denen Frauen per Hormontest eine Schätzung hinsichtlich der ihnen noch zur Fortpflanzung zur Verfügung stehenden Eier bekommen können, über durch Großstädte tourende Info-Busse bis hin zu feucht-fröhlichen Events, auf denen sich das Klientel in lockerer Atmosphäre über Möglichkeiten der Fertilitätsbewahrung informieren kann.

Auch Coaching-Mitgliedschaften, sogenannte "Women-Well-Clubs" und All-inclusive-"Versicherungen", mit denen man sich sämtliche Dienste vom Eier-Einfrieren bis zum Aufbewahren und zur künstlich Befruchtung sichern kann, sind im Angebot - für schlappe 200 Dollar im Monat.

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