Mittwoch, 20. November 2019

Wachsende Investments in der Fertilitätsbranche. Das boomende Geschäft mit der Fortpflanzung

Fortplanzung 3.0: Start-ups für den Kinderwunsch
Getty Images/iStockphoto

4. Teil: "Buy and Build" auch in Europa

Aber auch in Europa ist die Konsolidierung der zersplitterten Kinderwunschkliniken-Branche längst im Gange. Große Spieler hier sind unter anderem der Betreiber von Nextclinics, die NL-Holding aus Augsburg. Der Gesundheitskonzern unter der Führung des Deutsch-Tschechen Miroslav Herden hat in den vergangenen Monaten europaweit für mehr als 220 Millionen Euro reihenweise Kliniken, Labore und andere Gesundheitseinrichtungen gekauft und beschäftigt mehr als 900 Mitarbeiter. Finanzier des Expansionsdrangs ist unter anderem Oaktree Capital.

Ein weiterer großer Spieler auf dem Markt, der in den vergangenen Monaten durch massive Zukäufe auf sich aufmerksam gemacht hat, ist "The Fertility Partnership". Hinter den Briten, die erst kürzlich vom niederländischen Finanzinvestor Waterland dessen Kinderwunschzentrenkette Vivaneo übernommen hat, steht Impilio, eine schwedische Investmentgesellschaft. Hinter ihr wiederum andere Investoren - unter anderem Goldman Sachs.

Sie alle wollen an dem lukrativen Geschäft teilhaben, dessen Kostenstrukturen für Außenstehende noch immer ziemlich unübersichtlich sind, das aber der hohen Kosten zum Trotz relativ krisensicher sein dürfte: gehört der Wunsch nach Kindern bei vielen doch zum Existenziellsten im Leben.

Und auch Versicherungsmodelle, bei denen gesunde Frauen ihre Eier einfrieren lassen können und sich mit einem monatlichen Betrag von sämtlichen Folgekosten absichern können, haben für den Verkäufer ihren Reiz: In einer Studie in einer Europäischen Klinik kamen nur 7,6 Prozent der Eierspenderinnen zurück, um ihre Eier auch zu nutzen.

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