Milliardeninvestition Infineon baut neues Werk in Dresden und hebt Ziele an

Infineon investiert Milliarden für ein neues Werk in Dresden. Es sei die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Konzerns. Zugleich hebt der Halbleiterhersteller nach einem Rekordgeschäftsjahr die Wachstumsziele an.
Infineon: Der Münchner Halbleiterhersteller schraubt seine langfristigen Wachstumsziele nach oben

Infineon: Der Münchner Halbleiterhersteller schraubt seine langfristigen Wachstumsziele nach oben

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Infineon baut für fünf Milliarden Euro ein neues Werk in Dresden. Die 300-Millimeter-Fertigungskapazitäten für Analog- und Mixed-Signal-Chips sowie bei Leistungshalbleitern sollten damit ausgeweitet werden, teilte das Unternehmen am Montag mit. Es handle sich um die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Unternehmens. Damit könnten bis zu 1000 Arbeitsplätze entstehen. Der Aufsichtsrat habe dem Ausbau der Produktion zugestimmt. "Geplanter Fertigungsstandort ist Dresden, vorbehaltlich angemessener öffentlicher Förderung", hieß es in der Mitteilung. Die Fabrik könne im Herbst 2026 in Betrieb gehen.

Nach einem Rekordgeschäftsjahr 2021/22 schraubte der Münchner Halbleiterhersteller seine langfristigen Wachstumsziele nach oben. Die Erlöse sollen künftig um mehr als 10 Prozent pro Jahr zulegen, das ist ein Prozentpunkt mehr als bislang vorhergesagt. Die Automobil-, Industrie- und Erneuerbare-Energien-Märkte, die Infineon hauptsächlich mit seinen Chips beliefert, zeigten "eine zunehmende Dynamik und dauerhaft starke Wachstumsfaktoren", begründete das Unternehmen die Investition und die Erhöhung seiner Ziele. Die operative Umsatzrendite soll mit 25 Prozent deutlich höher liegen als bisher erwartet.

"Das gerade begonnene Geschäftsjahr 2023 ist gut gestartet", sagte Infineon-Chef Jochen Hanebeck (54). Dennoch sei angesichts der wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten Wachsamkeit geboten.

Umsatz kletterte im abgelaufenen Geschäftsjahr um 29 Prozent

Im vergangenen Geschäftsjahr 2021/22 schnellte der Umsatz um 29 Prozent nach oben auf 14,2 Milliarden Euro. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen mit knapp 2,2 Milliarden Euro fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Aktionäre sollen eine Dividende von 32 Cent je Aktie erhalten, fünf Cent mehr als im Vorjahr.

Das vierte Quartal schloss Infineon noch einmal besser ab als erwartet. So legten die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr um 38 Prozent auf 4,14 Milliarden Euro zu. Gegenüber dem Vorquartal bedeutete dies ein Wachstum von 15 Prozent. Das Segmentergebnis stieg gegenüber dem Vorquartal um mehr als ein Viertel auf knapp 1,1 Milliarden Euro, dies entsprach einer Marge von 25,5 Prozent. Nach Steuern verbesserte sich der Gewinn um 42 Prozent auf 735 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete dies einen Anstieg von sogar 58 Prozent.

Die Aktien von Infineon sind daraufhin am Montagnachmittag schlagartig nach oben gesprungen. Nach der Veröffentlichung der Eckdaten für das vierte Quartal und der angehobenen Langfristziele legten die Papiere des Chipkonzerns zuletzt um 7,4 Prozent zu. Zuvor hatten sie sich mehr oder weniger auf dem Niveau vom Freitag bewegt. Deutlich über der 30-Euro-Marke erreichten die Papiere den höchsten Stand seit dem Frühjahr.

Darüber hinaus soll Infineon Chips für den Opel-Mutterkonzern Stellantis liefern. Die beiden Unternehmen unterzeichneten nach Angaben vom Montag eine entsprechende nicht-bindende Absichtserklärung. Demnach reserviere Infineon Fertigungskapazitäten und liefere die Leistungshalbleiter in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts direkt an die Stellantis-Zulieferer. Insgesamt geht es um ein mögliches Volumen von deutlich mehr als einer Milliarde Euro. Es gehe um Chips für Elektrofahrzeuge von Stellantis. Infineon bereite sich mit signifikanten Investitionen auf die steigende Nachfrage der Branche vor. 2024 soll eine neue Fabrik für Siliziumkarbid in Kulim in Malaysia in Betrieb gehen.

sio, rei/Reuters, DPA
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