Industrie 4.0 Anlagenbauer Dürr kauft zu

Roboterbau bei Dürr: Das Unternehmen verstärkt sich durch den Itac-Kauf in Sachen Digitalisierung

Roboterbau bei Dürr: Das Unternehmen verstärkt sich durch den Itac-Kauf in Sachen Digitalisierung

Foto: Dürr

Die Dürr AG  steigt voll in die Digitalisierung der Produktion ein. Der 120 Jahre alte Traditionskonzern, der mit Lackieranlagen, Robotern, Messtechnik, Abluftreinigung oder Holzbearbeitung 2015 gut 3,6 Milliarden Euro umsetzen wird, kauft dazu das Software-Unternehmen Itac aus Montabaur.

Mit den rund 140 Spezialisten für Industrie 4.0-Anwendungen will der weltführende Maschinenbauer zu einem wichtigen Anbieter von komplett vernetzten Fabriken aufsteigen. Damit tritt der Konzern aus Bietigheim-Bissingen nicht nur in Konkurrenz zu den Dax-Größen Siemens  oder SAP , die Programme für die Produktionsvernetzung anbieten, sondern auch zur ebenfalls schwäbischen Trumpf Gruppe. Die Ditzinger Laserexperten hatten im Oktober die Gründung des Software-Unternehmens Axoom in Karlsruhe verkündet.

Mit der Übernahme von Itac für einen zweistelligen Millionenbetrag verschafft sich Dürr-Vorstandschef Ralf Dieter Zugang zu langjähriger Erfahrung in der Digitalisierung von Industrieprozessen. Die 1998 von Bosch-Ingenieuren gegründete Firma mit rund 15 Millionen Euro Umsatz hat bereits verschiedenste Produktionsanlagen zu Industrie 4.0-Fabriken digital aufgerüstet, darunter Werke von Continental , Hella oder VW. Der Spezialanbieter setzte sich etwa beim japanischen Autozulieferer Alpine gegen eine Offerte von SAP durch und steht kurz vor der Unterzeichnung eines weiteren großen Auftrags aus Japan. Auch der chinesische Computerhersteller Lenovo  setzt Itac-Software ein.

Die Itac-Investoren unter Führung von TVM hatten seit Sommer diesen Jahres mit zehn Kaufinteressenten verhandelt. "Dürr ist unser absoluter Traumpartner", schwärmt Itac-Gründer und Technologievorstand Dieter Meuser: "Gemeinsam werden wir zu einem Software-Powerhaus für die Smart Factory." Der Digitalisierungsexperte wird eng mit Dürr-CEO Dieter zusammen arbeiten, um möglichst schnell alle Anlagen des Konzerns mit Industrie 4.0-Anwendungen auszustatten: "Wir fangen direkt nächste Woche mit der Planung des Rollout unserer Technologieplattform über alle Geschäftsbereiche an."