Ifo-Institut Lieferengpässe in der Industrie nehmen ab

Die Klagen der deutschen Industrie über fehlende Materialien haben im Dezember den dritten Monat in Folge abgenommen. Am stärksten betroffen von Lieferengpässen sind der Maschinenbau und die Autoindustrie. Und die Lage in China bleibt ein Risiko.
Besonders stark ist unter anderem die Autoindustrie von den Lieferengpässen betroffen

Besonders stark ist unter anderem die Autoindustrie von den Lieferengpässen betroffen

Foto: Marijan Murat / dpa

Die Lieferengpässe in der deutschen Industrie nehmen allmählich ab. In der monatlichen Unternehmensumfrage des Ifo-Instituts berichteten im Dezember 50,7 Prozent der Firmen, dass bestellte Vorprodukte und Materialien schwer zu bekommen seien. Das war der dritte Rückgang in Folge. Im November waren es noch 59,3 Prozent, wie die Münchner Wirtschaftsforscher am Dienstag berichteten.

Die Lage ist von Branche zu Branche unterschiedlich. Am stärksten unter Materialmangel leiden demnach weiter Maschinenbau und Autoindustrie, wo jeweils rund drei Viertel der Unternehmen von Lieferproblemen berichteten. In anderen Industriezweigen wie der Papierherstellung hingegen klagten vergleichsweise wenige Firmen.

"Eine Auflösung der Engpässe scheint sich nun in vielen Branchen abzuzeichnen", sagte Umfragenleiter Klaus Wohlrabe. "Abhängig von der Entwicklung der Corona-Lage in China kann es aber auch wieder zu Rückschlägen bei den Engpässen kommen." In der Volksrepublik sind nach dem Ende strenger Corona-Restriktionen die Krankheitsraten außerordentlich hoch. Die deutsche Wirtschaft bezieht aus der Volksrepublik so viele Waren wie aus keinem anderen Land.

Großer Aufholbedarf bei Auftragsbeständen

Die deutschen Exporteure hoffen darauf, dass der Handel mit den abnehmenden Engpässen wieder in Schwung kommt. "Viele Unternehmen haben recht große Auftragsbestände, die in den vergangenen Monaten wegen Materialengpässen nicht abgearbeitet werden konnten", sagte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Dirk Jandura, der Nachrichtenagentur Reuters. "Da sich die Materialengpässe abschwächen, dürfte es hier Nachholeffekte geben." Das stütze den Außenhandel im neuen Jahr.

Fehlende Vorprodukte aus dem Ausland, wie Mikrochips, Kunststoffe und Verpackungen, sind der deutschen Industrie einer Studie zufolge teuer zu stehen gekommen. Von Anfang 2021 bis Mitte 2022 konnten wegen Lieferengpässen Güter im Wert von knapp 64 Milliarden Euro nicht hergestellt werden, wie das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in einer Studie herausfand.

frm/dpa-AFX/Reuters

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