Mittwoch, 11. Dezember 2019

Gewinnwarnung - Aktie knickt ein Hugo Boss verschreckt Anleger

Hugo Boss rechnet mit niedrigerem Gewinn.

Der Modekonzern Hugo Boss Börsen-Chart zeigen wird für das Jahr 2019 vorsichtiger. Die "anhaltenden gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten" sowie die Hongkong-Unruhen würden sich immer stärker auf die Nachfrage der Kunden auswirken, teilte das MDax -Unternehmen am Donnerstagabend mit. Darum rechnet Hugo Boss nur noch mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Zuvor hatte das Unternehmen mit einem Wachstum am unteren Ende des mittleren einstelligen Prozentbereichs gerechnet.

Beim Betriebsgewinn (Ebit) erwartet das Unternehmen nur noch 330 bis 340 Millionen Euro. Zuvor war ein Wachstum am unteren Ende eines Anstiegs im hohen einstelligen Prozentbereich angepeilt worden - der Vorjahreswert lag bei 347 Millionen Euro.

Die Gewinnwarnung verschreckte am Freitagmorgen die Aktionäre des Modekonzerns. Die Aktien brachen im MDax um 12 Prozent ein. Abstufungen der Papiere durch die Analysehäuser RBC, HSBC und die Societe Generale waren die direkte Folge.

"Harte Zeiten", schrieb Analyst Piral Dadhania von der Bank RBC in einer Studie. Hugo Boss scheine auch anfällig zu sein für den langfristigen Druck auf die Premiummode-Branche. Noch zeichne sich kein Ende der Probleme der Branche ab. Der Analyst stufte die Boss-Papiere von "Outperform" auf "Sector-Perform" ab.


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Auch die französische Großbank Societe Generale stufte Hugo Boss ab - von "Hold" auf "Sell". Die Premium-Positionierung und die geringe Kapitalintensität drückten auf das Wachstum des Modeherstellers, schrieb Analyst Thierry Cota in einer am Freitag vorliegenden Studie. Mit dem 13-fachen des für 2020 erwarteten Gewinns sei Boss derzeit höher bewertet als die meisten Konkurrenten. Der Experte kürzte seine Prognosen in Anlehnung an die für 2019 angepassten Konzernziele. Zudem bedauert er, dass Boss den Fokus mehr auf die Margen und weniger auf den Umsatz lege - in einem Sektor, wo der Umsatz die Margen und die Aktienkurse antreibe.

So kommt die Gewinnwarnung für 2019 auch nicht gänzlich überraschend. Zuletzt hatten mehrere Analysten, etwa der Commerzbank und der Privatbank Hauck & Aufhäuser die Jahresziele als anspruchsvoll bezeichnet.

dpa/rtr/akn

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