Montag, 30. März 2020

Kommt jetzt die feindliche Übernahme? HP lehnt Xerox-Milliarden-Gebot ab

HP lehnt Gebot von Xerox ab

Der PC- und Druckerhersteller HP wehrt sich weiter gegen die Übernahmebestrebungen des deutlich kleineren Drucker- und Kopierer-Herstellers Xerox . Die Offerte von Xerox Börsen-Chart zeigen spiegele den Wert von HP nicht ausreichend wider, teilte HP am Donnerstag im kalifornischen Palo Alto mit. HP-Aufsichtsratsvorsitzender Chip Bergh, seines Zeichens auch CEO von Levi Strauss, sprach von einer unverantwortlichen Verschuldung, die durch die Übernahme entstehen würde, einhergehend mit erheblichen, finanziellen Risiken für die Aktionäre. Das Unternehmen würde zu unrealistischen und unerreichbaren Synergien gezwungen, so der Manager. HP empfahl seinen Aktionären das Angebot abzulehnen.

Xerox bemüht sich bereits seit vergangenem Herbst um HP, war aber abgeblitzt. Im Februar stockte der Konzern seine Offerte auf und bietet seither 24 Dollar je Aktie in bar sowie Xerox-Papieren. Insgesamt würde Xerox damit fast 35 Milliarden Dollar für HP bezahlen. Als treibende Kraft für den möglichen Deal gilt der umstrittene US-Investor Carl Icahn, der an beiden Konzernen große Anteile hält. Xerox kommentierte die Ablehnung des Gebots zunächst nicht.

Zuletzt hatte das HP-Management noch erklärt, Gespräche mit Xerox führen zu wollen, um eine mögliche Kombination im Sinne der Aktionäre auszuloten, zugleich aber sein Aktienrückkaufprogramm auf 15 Milliarden Dollar erhöht, um Anleger im Fall eines feindlichen Übernahmeversuchs auf seine Seite zu ziehen. Mit dem "Giftpillen-Plan" wolle HP verhindern, dass Investoren mehr als 20 Prozent der Anteile an dem Unternehmen erwerben können, heißt es.

dpa/rtr/akn

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