Mittwoch, 26. Juni 2019

Angebot für Mautstraßenbetreiber Hochtief bietet bis zu 17,1 Milliarden Euro für Abertis

Hochtief will mindestens die Hälfte des Mautstraßenbetreibers Abertis kaufen

Der größte deutsche Baukonzern Hochtief Börsen-Chart zeigen ist wie erwartet in das Rennen um den spanischen Mautstraßen-Betreiber Abertis Börsen-Chart zeigen eingestiegen. Hochtief habe für Abertis ein Gegengebot zu der Offerte von Atlantia in Höhe von bis zu 17,1 Milliarden Euro bei der Madrider Börsenaufsicht CNMV eingereicht, teilte der im MDax Börsen-Chart zeigen notierte Konzern am Mittwoch mit.

Den Aktionären von Abertis bietet Hochtief 18,76 Euro je Aktie. Sie können aber auch ihre Papiere in Hochtief-Anteilscheine tauschen. Für eine Abertis-Aktie soll es 0,1281 neue Hochtief-Papiere geben.

Der Kurs des Hochtief-Anteilscheins legte nach Bekanntgabe des Übernahmeangebots und der Ankündigung hoher Ausschüttungen um knapp drei Prozent zu. Abertis gewannen sogar fast acht Prozent zu, während ACS Börsen-Chart zeigen um knapp fünf Prozent nach oben kletterten.

Das Investmentvehikel der italienischen Benetton Familie Atlantia hat bereits ein Gebot in Höhe 16,3 Milliarden Euro unterbreitet und signalisiert, es gegebenenfalls zu erhöhen. Der Hochtief-Mutterkonzern ACS , der knapp 72 Prozent an dem Essener Baukonzern hält, arbeitete schon seit Monaten an einem Gegengebot. Seit längerem wurde darüber spekuliert, dass dieses über Hochtief abgewickelt werden könnte.

Hochtief will mindestens 50 Prozent der Abertis-Anteile plus eine Aktie

Für das Übernahmeangebot stellt Hochtief verschiedenen Bedingungen. Neben kartellrechtlicher Freigaben will Hochtief mindestens 50 Prozent des Aktienkapitals an Abertis zuzüglich einer Aktie erwerben. Zudem müssen mindestens 193.530.179 Abertis-Aktien in Hochtief-Titel getauscht werden

Um den Abertis-Aktionären einen Aktientausch schmackhaft zu machen, will Hochtief den Anteilseignern nach einer Übernahme einen höheren Anteil am Jahresüberschuss als Dividende zukommen lassen. Es sollen dann bis zu 90 Prozent an die Anteilseigner gehen. Bislang schüttet Hochtief gut 50 Prozent aus.

ACS war schon einmal mit fast 26 Prozent an Abertis beteiligt. Wegen seiner hohen Verschuldung verkaufte der spanische Konzern 2010 einen Teil davon an den Finanzinvestor CVC. Die restlichen Anteile gab ACS 2012 ab.

Abertis arbeitet hoch profitabel - und ist hoch verschuldet

Abertis mit Firmensitz in Barcelona betreibt mautpflichtige Straßen und Autobahnen in Spanien und ist auch in Chile, Brasilien und Frankreich aktiv. Insgesamt umfasst das Straßen-Netz mehr als 8600 Kilometer in 14 Ländern. Das Unternehmen expandierte in den vergangenen Jahren stark außerhalb Spaniens und macht mittlerweile mehr als 70 Prozent seines Konzernumsatzes im Ausland.

Mehr als 70 Prozent der Umsätze werden außerhalb des Heimatmarkts eingefahren. Das Unternehmen ist hochprofitabel. 2016 erwirtschaftete Abertis einen Umsatz von 4,9 Milliarden Euro. Der operative Ertrag (Ebitda) lag bei 3,2 Milliarden, unter dem Strich blieb ein Gewinn von 796 Millionen Euro.

Zugleich drücken das Unternehmen aber Schulden von über 14 Milliarden Euro. Größter Anteilseigner ist die einflussreiche spanische Investment-Holding Criteria Caixa mit 22,25 Prozent. Zu ihrem Reich gehört auch ein großer Anteil an der CaixaBank. Criteria Caixa würde sich mit einem Verkauf des Abertis-Anteils weniger abhängig von spanischen Unternehmen machen, die ihr Portfolio dominieren. Nennenswerte Anteile an Abertis halten nach offiziellen Angaben auch die Investoren Lazard Asset Management LLC, BlackRock, Capital Group sowie TCI Fund Management.

rei/dpa/Reuters

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