Terminal im Hamburger Hafen Wirtschaftsministerium verschiebt Entscheidung zum Cosco-Einstieg

Der Streit um die mögliche Beteiligung der chinesischen Reederei Cosco an einem Terminal im Hamburger Hafen verzögert sich, die Entscheidung soll nun erst im Oktober fallen. Ein Veto ist wohl trotzdem zu erwarten.
Streit um Tellerort: Das Container-Terminal im Hamburger Hafen soll zu 35 Prozent an die chinesische Cosco-Reederei verkauft werden, doch Berlin hat etwas dagegen

Streit um Tellerort: Das Container-Terminal im Hamburger Hafen soll zu 35 Prozent an die chinesische Cosco-Reederei verkauft werden, doch Berlin hat etwas dagegen

Foto: MiS / IMAGO

Der Beschluss zu einer möglichen Beteiligung des chinesischen Reederei-Riesen Cosco an einem Terminal des Hamburger Hafens verzögert sich weiter. Das Wirtschaftsministerium hat nach Informationen des manager magazins die Entscheidung in den Oktober verschoben, bleibt aber bei seiner ablehnenden Haltung. Das Ministerium soll genügend Zeit haben, sich zu äußern.

Angela Titzrath (56), Chefin des Hafenbetreibers HHLA (Hamburger Hafen und Logistik AG) will der chinesischen Reederei 35 Prozent der Betreibergesellschaft des Container-Terminals Tollerort im Hamburger Hafen verkaufen. Der Einstieg der größten chinesischen Reederei wird laut Titzrath langfristig Arbeitsplätze im Hafen sichern.

Zu Beginn der Woche hatte Hafen Hamburg Marketing vor einem Verbot für den Einstieg von Cosco gewarnt. Vorstand Axel Mattern sprach von einer "Katastrophe" für den Fall, dass die Bundesregierung den Chinesen eine Absage erteilt. Er sieht in der Beteiligung einen "Riesengewinn für den Hafen und keine Gefahr, zumal es um eine Minderheitsbeteiligung gehe. Auch der Deutschen Industrie- und Handelskammertag warnte vor einem Veto.

Ursprünglich wollte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (53; Grüne) das Vorhaben in einer Sitzung des Bundeskabinetts bereits Ende August untersagen, wie das manager magazin exklusiv berichtet hatte . Offenbar will der Minister sein Vetorecht nutzen, da die Beteiligung Abhängigkeiten von China und seiner autoritären Staatsführung schaffen könnte. Nachdem seine Vorbehalte öffentlich für Aufruhr gesorgt hatten, wurde die Entscheidung vertagt.

dri
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