Rüstungsfirma Hensoldt zieht Milliardenauftrag der Bundeswehr an Land

Projektname Pegasus: Der Rüstungselektronikhersteller Hensoldt hat sich gemeinsam mit anderen Unternehmen einen Großauftrag der Bundeswehr gesichert. Die Aktionäre reagieren erfreut.
Simulation der Aufklärungstechnik von Hensoldt: Der Rüstungskonzern hat einen Großauftrag der Bundeswehr erhalten

Simulation der Aufklärungstechnik von Hensoldt: Der Rüstungskonzern hat einen Großauftrag der Bundeswehr erhalten

Foto: HENSOLDT

Der Rüstungselektronikhersteller Hensoldt hat gemeinsam mit anderen Unternehmen einen Auftrag der Bundeswehr in Milliardenhöhe an Land gezogen. Es sei ein Vertrag über die Entwicklung, Produktion und Integration des Aufklärungssystems Pegasus inklusive der drei Flugzeuge des Typs Bombardier Global 6000 und zugehörigen Auswertestationen unterzeichnet worden, teilte Hensoldt am Mittwoch im oberbayerischen Taufkirchen mit. Die Aktie des Unternehmens legte nach Veröffentlichung der Mitteilung zu und stieg zuletzt in einem schwächeren Gesamtmarkt um rund 3 Prozent auf mehr als 15 Euro.

Früheren Angaben des Verteidigungsministeriums zufolge stehen für das Projekt Pegasus etwa 1,54 Milliarden Euro zur Verfügung. Abzüglich Mehrwertsteuer liege die Höhe des Auftrages also bei gut 1,25 Milliarden Euro, die sich die beteiligten Unternehmen unter Führung von Hensoldt teilen. Ein größerer Teil der Summe werde beim Rüstungselektronikhersteller verbleiben, sagte ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage.

Beteiligt an dem Projekt ist auch die Airline-Tochter Lufthansa Technik, die der Mitteilung zufolge die Flugzeuge beim Hersteller Bombardier beschaffen und die gewünschten Modifikationen verantworten soll. So soll beispielsweise die Kabine umgebaut und Aufklärungstechnik implementiert werden. Hensoldt fungiert den Angaben nach als Generalauftragnehmer und verantwortet auch die Herstellung der Aufklärungstechnologie. Insgesamt seien an dem Vorhaben fast 30 Unternehmen, darunter viele mittelständisch geprägte, aus der gesamten Bundesrepublik als Zulieferer und Partner beteiligt.

Bereits im ersten Quartal hatte der Rüstungselektronikhersteller eine Flut an Aufträgen erhalten. Vor allem dank eines Großauftrags der Luftwaffe für den Kampfjet Eurofighter mit Systemen von Hensoldt seien insgesamt Bestellungen über gut 546 Millionen Euro eingegangen, hieß es Anfang Mai.

cr/dpa-afx
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