Oetker-Tochter verkauft Sektmarke Henkell Freixenet lässt Deinhard abperlen

Lockdown und Feierverbote machen dem weltgrößten Schaumweinproduzenten Henkell Freixenet zu schaffen. Nun verkauft das zum Oetker-Konzern gehörende Unternehmen die Marke Deinhard.
Verkauf: Henkell Freixenet findet Deinhard nicht mehr prickelnd genug

Verkauf: Henkell Freixenet findet Deinhard nicht mehr prickelnd genug

Foto: Arne Dedert/ picture alliance / dpa

Die Sektkellerei Henkell Freixenet verkauft das Sekt- und Weingeschäft unter der Marke Deinhard an die Kellerei Peter Mertes in Rheinland-Pfalz. "Neben dem Sektgeschäft im Inland mit Deinhard Lila und Deinhard Cabinet umfasst der Verkauf auch das internationale Weingeschäft", teilte das Unternehmen mit Sitz in Wiesbaden am Mittwoch mit. Deinhard sei Marktführer für deutschen Wein in Kanada. "Uns ermöglicht der Verkauf die weitere Fokussierung auf unsere internationalen und lokalen Kernmarken wie Freixenet, Mionetto, Henkell und Fürst von Metternich", sagte Andreas Brokemper (51), Sprecher der Geschäftsführung von Henkell Freixenet.

Zum Verkaufspreis machte das Unternehmen keine Angaben. Der Übergang der Marke Deinhard sei zum 1. September erfolgt. Die Kellerei Peter Mertes in Bernkastel-Kues ist durch Weinmarken wie Rotwild, Maybach und Bree bekannt.

Henkell Freixenet gehört zum Oetker-Imperium und ist seit der Übernahme des spanischen Freixenet im Jahr 2018 der größte Schaumweinproduzent weltweit. 2019 setzte Henkell Freixenet insgesamt 1,29 Milliarden Euro um. Der Corona-Lockdown führte jedoch zu einem erheblichen Absatzeinbruch. Im Mai hatte Andreas Brokemper, Chef von Henkell Freixenet, gegenüber dem Handelsblatt erklärt, dass vor allem in Südeuropa, wo jede zweite Flasche Prosecco und Cava in der Gastronomie getrunken werden, der Umsatzeinbruch herb ausfalle. Eine Jahresprognose wagte er angesichts der großen Unsicherheiten nicht.

Ein erneuter Lockdown etwa zur Hauptabsatzzeit um Weihnachten und Neujahr dürfte erneut folgenschwere Auswirkungen haben. Zuletzt gingen Marktforscher noch davon aus, dass für 2020 mit einem Nachfragerückgang nach Schaumwein weltweit von 15 Prozent gerechnet werden muss.

akn/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.