Milliardendeal für Heidelberger Dax-Konzern Heidelbergcement verkauft Großteil des US-Geschäfts

Schon im Dezember vergangenen Jahres sickerte durch, dass Dominik von Achten sich von dem Geschäft im Westen der USA trennen will. Nun hat der Heidelbergcement-Chef den Deal unter Dach und Fach gebracht. Und er erhält sogar mehr als erwartet für die Sparte.
Will sich nicht komplett vom nordamerikanischen Markt zurückziehen: Heidelbergcement-Chef Dominik von Achten

Will sich nicht komplett vom nordamerikanischen Markt zurückziehen: Heidelbergcement-Chef Dominik von Achten

Foto: Sepp Spiegl / imago images/sepp spiegl

Der Baustoffkonzern Heidelbergcement verkauft den Großteil seines Geschäfts im Westen der USA. Insgesamt 2,3 Milliarden Euro nehme Heidelbergcement beim Verkauf an den Hersteller von Baumaterial Martin Marietta Materials ein, teilte das Dax-Unternehmen am Montag in Heidelberg mit. Die Aktie des Konzerns legte zuletzt um 1,7 Prozent zu, allerdings war das Handelsvolumen an dem heutigen Feiertag überschaubar.

Deutschlands größter Baustoffkonzern trennt sich mit dem Deal von Zementproduktionsanlagen und anderen Standorten in den vier US-Staaten Kalifornien, Arizona, Oregon und Nevada. Sie gehören zur US-Tochter Lehigh Hanson. Martin Marietta bezahlt vollständig in Bargeld.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte im Dezember 2020 schon von einem bevorstehenden Verkauf berichtet, den Verkaufspreis mit 1,5 Milliarden Dollar allerdings geringer eingeschätzt. Im Oktober 2020 hatte Heidelberg-Chef Dominik von Achten (55) angekündigt, der Konzern wolle sein Portfolio überprüfen und das Geschäft in den Märkten einstellen, die für Heidelbergcement keine guten Perspektiven hätten. Er betonte allerdings, dass kein kompletter Ausstieg aus dem US-Geschäft geplant sei: "Unser Engagement für den nordamerikanischen Markt ist stärker denn je", sagte Konzernchef Von Achten, der im Februar 2020 den Chefsessel von Bernd Scheifele (62) übernommen hatte.

Analysten lobten den Schritt. Heidelbergcement kommt damit bei der Reduzierung der Schulden voran, sagte UBS-Experte Gregor Kuglitsch. Der Verkaufspreis sei höher als erwartet, notierte seine Kollegin von Jefferies, Glynis Johnson. Heidelbergcement hat mit rund 53.000 Mitarbeitern im vergangenen Jahr einen Umsatz von 17,6 Milliarden Euro erwirtschaftet, 6,6 Prozent weniger als im Vorjahr.

mg/dpa-afx
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