Beteiligung chinesischer Reederei Hamburger Hafen warnt vor Verbot von Cosco-Einstieg

Hafen Hamburg Marketing fürchtet „eine Katstrophe“, sollte die Bundesregierung dem chinesischen Reederei-Riesen Cosco eine Absage zum geplanten Einstieg erteilen. Cosco will sich an einem Container-Terminal in Hamburg beteiligen, doch die Regierung ist sich uneins. Zuvor waren bereits Bedenken von Wirtschaftsminister Habeck laut geworden.
"Riesengewinn für den Hafen": Die chinesische Reederei Cosco will sich an der Betreibergesellschaft des Container-Terminals Tollerort im Hamburger Hafen beteiligen

"Riesengewinn für den Hafen": Die chinesische Reederei Cosco will sich an der Betreibergesellschaft des Container-Terminals Tollerort im Hamburger Hafen beteiligen

Foto: Focke Strangmann / REX / EPA - EFE

Der Hamburger Hafen hat die Bundesregierung davor gewarnt, den geplanten Einstieg des chinesischen Reederei-Riesen Cosco an einem Container-Terminal zu untersagen. "Ein Einstieg der Chinesen in die Betriebsgesellschaft wäre ein Riesengewinn für den Hafen und keine Gefahr, zumal Cosco bald die weltgrößte Reederei sein wird", sagte der Vorstand der Hafen Hamburg Marketing, Axel Mattern, der Nachrichtenagentur Reuters. "Eine Absage an die Chinesen wäre eine Katastrophe nicht nur für den Hafen, sondern für Deutschland", fügte er mit Hinweis auf mögliche chinesische Reaktionen hinzu.

Es sollte ein maritimer Traumpakt werden. Die chinesische Reederei Cosco will sich mit 35 Prozent an der Betreibergesellschaft des Container-Terminals Tollerort im Hamburger Hafen beteiligen. Doch Wirtschaftsminister Robert Habeck (53) hat offenbar etwas gegen die Pläne des Hafenbetreibers HHLA, wie manager magazin Mitte August exklusiv berichtete . Nachdem Habecks Bedenken zu Coscos Einstieg bekannt geworden waren und für reichlich Wirbel gesorgt hatten, vertagte der Minister seine Entscheidung zu den Plänen jüngst. Ein Veto wird es wohl trotzdem bleiben .

Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums bestätigte am Freitag, dass ein Investitionsprüfverfahren laufe, weil es sich bei Häfen um kritische Infrastruktur handele. Er dementierte, dass Habeck ein Veto eingelegt habe. Wie Reuters von mehreren mit dem Vorgang beschäftigten Personen erfuhr, ist man sich in der Bundesregierung aber uneins, ob der Einstieg genehmigt oder abgelehnt werden soll. In den von den Grünen geführten Außen- und Wirtschaftsministerien gebe es eine klare Tendenz zu einer Ablehnung, im Kanzleramt dagegen Vorbehalte, hieß es übereinstimmend.

Mattern hält die Genehmigung für zwingend: "Es geht doch nur um eine Minderheitsbeteiligung an der Betreibergesellschaft des Terminals Tollerort – den Cosco schon heute maßgeblich nutzt", betonte er. Cosco werde auch keinen Grund und Boden erwerben.

Auch beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnte man vor negativen Konsequenzen im Falle einer Ablehnung: "Wenn keine klaren Sicherheitskriterien nachvollziehbar sind, hat die Untersagung von Investitionen des für unsere Wirtschaft so wichtigen Handelspartners China negative Auswirkungen auf die Investitionsattraktivität unserer Standorte", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier zu Reuters.

dri/Reuters
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