Samstag, 21. September 2019

Erpresser kapern IT Juwelier Wempe Opfer von Cyberkriminellen

Wempe: Opfer von Cyberkriminellen

Die Hamburger Juwelierkette Wempe ist von Cyberkriminellen erpresst worden. Die Täter hätten das Computersystem der Firma mit einer speziellen Software blockiert, bestätigte das Unternehmen der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag. "Das war eine Geiselnahme unserer Daten auf unseren eigenen Servern", sagte Sprecherin Nadja Weisweiler dem "Hamburger Abendblatt". Nichts ging mehr, Rechnungen mussten per Hand geschrieben werden, berichtete die "Bild"-Zeitung.

Der Angriff auf den Juwelier mit Filialen in mehreren deutschen Städten und etwa in New York und London begann demnach bereits vor einer Woche. "Seit dem Morgen des 24.06.2019 konnten wir unsere IT nicht mehr nutzen", sagte die Sprecherin der dpa.

Die Kriminellen hinterließen laut "Abendblatt" auf den Servern eine E-Mail-Adresse zur Kontaktaufnahme. Laut "Bild" forderten die Hacker die Zahlung einer hohen Summe in der Internetwährung Bitcoin. Wempe habe das Lösegeld gezahlt und dann ein Passwort erhalten, um wieder Zugriff auf seine Computer zu erhalten. "Um die Situation und vor allen Dingen die Kommunikation mit den Tätern nicht zu eskalieren und zu gefährden, haben wir nach Rücksprache mit dem LKA die externe Kommunikation bis jetzt bewusst unterbunden", sagte die Sprecherin des Unternehmens.


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Die auf den Computern gelagerten Daten der Kunden waren laut Wempe nicht betroffen. Auch der Verkauf konnte fast normal weitergehen, da die Kassen nicht betroffen waren. Über die Höhe des Lösegelds und in welcher Form es gezahlt wurde, gab es keine Information.

dpa/akn

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