Donnerstag, 27. Juni 2019

Elon Musks Hyperloop Hamburg plant Containertransport mit Schallgeschwindigkeit

Lufthansa denkt auch über Hyperloop als Ersatz für innerdeutsche Strecken nach
DPA/ELON MUSK
Lufthansa denkt auch über Hyperloop als Ersatz für innerdeutsche Strecken nach

Hamburg plant ein Transportsystem, das Container mit 1200 Kilometern pro Stunde ins Umland transportiert. Die Hafengesellschaft setzt auf den von Tesla-Chef Musk erdachten Hyperloop - und einen baldigen Baubeginn.

Die Hamburger Hafengesellschaft arbeitet an einem futuristischen Transportsystem: Mit Schallgeschwindigkeit sollen Container in einer Art Rohrpost ins Hamburger Umland geschossen werden und so den Lkw-Verkehr deutlich verringern.

Wie das "Hamburger Abendblatt" berichtet, steht die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) Börsen-Chart zeigen in Verhandlung mit dem kalifornischen Unternehmen HyperloopTransportation Technologies (HTT) aus Kalifornien. Es seien bereits zwei Absichtserklärungen unterschrieben worden, der Baubeginn könne bereits in zwei bis drei Jahren erfolgen. Die HHLA bestätigte dem SPIEGEL, dass es Verhandlungen gebe.

Das System mit dem Namen Hyperloop ist eine Erfindung von Elon Musk, dem Chef des US-amerikanischen Elektroautoherstellers Tesla, der seine Idee bereits 2013 vorgestellt hatte. Es besteht aus einem Röhrensystem, in dem ein Vakuum erzeugt wird, wodurch es praktisch weder Luftwiderstand noch Reibung gibt. Die Transportkapseln können so Geschwindigkeiten von bis zu 1200 Kilometern pro Stunde erreichen.

Hyperloop bisher nur für Passagiere gedacht, nun auch als Transportmittel im Blick
AP/ Tesla Motors
Hyperloop bisher nur für Passagiere gedacht, nun auch als Transportmittel im Blick

4100 Schiffscontainer pro Tag

In diesem Tempo könnten die Container in wenigen Sekunden das Hamburger Umland erreichen und dort zum Weitertransport auf Lkw verladen werden. Diese müssten dann künftig nicht mehr direkt in den Hafen fahren. Bis zu 4100 Schiffscontainer pro Tag können durch die Vakuumtunnel transportiert werden und so den Lkw-Verkehr deutlich verringern. Die für den Betrieb benötigte Energie soll von Solarzellen produziert werden, die außen an der Röhre angebracht sind.

Unter dem Namen Hyperloop sind mehrere voneinander unabhängige Firmen aktiv, die Musks Vision umsetzen wollen. Das britische Unternehmen Virgin von Richard Branson arbeitet ebenfalls an dem Transportsystem und hat auch Strecken in Europa angekündigt. Eine davon soll künftig auch in Deutschland Städte miteinander verbinden.


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Tesla-Chef Musk hatte den Hyperloop ursprünglich für den Personentransport ersonnen. Deshalb hat auch die Lufthansa bereits Interesse an dem Projekt gezeigt. Der Konzern baut derzeit einen ersten Prototypen im französischen Toulouse. Demnach gebe es Überlegungen innerdeutsche Flugstrecken durch den Hyperloop zu ersetzen. Von Hamburg nach Frankfurt am Main würden Reisende dann nur noch 30 Minuten benötigen.

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