Bayer verlangt 15 Jahre Glyphosat genehmigt - Monsanto und Bayer mäkeln trotzdem

Verpackung eines Unkrautvernichtungsmittel, das den Wirkstoff Glyphosat enthält

Verpackung eines Unkrautvernichtungsmittel, das den Wirkstoff Glyphosat enthält

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Die EU hat dank des deutschen "Ja" die Nutzung und den Vertrieb des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat verlängert. Doch Glyphosat-Hersteller wie der US-Agrarkonzern Monsanto, den der deutsche Bayer-Konzern übernehmen will, reagierten am Dienstag "tief enttäuscht" auf die EU-Entscheidung.

Zwar hätten die Mitgliedstaaten mit qualifizierter Mehrheit im Berufungsausschuss am Montagabend für eine erneute Zulassung von Glyphosat in der EU gestimmt, teilte die Hersteller-Vereinigung GTF mit. "Der Genehmigungszeitraum beträgt aber lediglich fünf Jahre."

Der Bayer-Konzern sprach sich am Dienstag für eine Verlängerung der Zulassung auf volle 15 Jahre aus. Der Chemiekonzern ist nach eigenen Angaben derzeit selbst kein Hersteller von Glyphosat, sondern vertreibt den Unkrautvernichter lediglich. An dem im vergangenen Jahr erzielten Umsatz mit Pflanzenschutzmitteln von rund acht Milliarden Euro habe Glyphosat lediglich einen geringen Anteil gehabt, hieß es. Bayer will aber Monsanto übernehmen.

"Diskriminierende Entscheidung"

Hersteller-Vereinigung GTF sprach außerdem von einer "diskriminierenden Entscheidung", die nicht der wissenschaftlichen Bewertung des Wirkstoffes entspreche. Das Ergebnis der Abstimmung sei vielmehr "das Resultat einer fehlgeleiteten öffentlichen Meinung und von politischer Einflussnahme", empörten sich die Glyphosat-Hersteller. Untersuchungen hätten ergeben, dass von Glyphosat "keine unvertretbaren Risiken ausgehen".

Andere Experten sind überzeugt, Glyphosat sei krebserregend. Unabhängig davon gilt Glyphosat nach Einschätzung von Umweltschützern allerdings auch als Gefahr für die Artenvielfalt besonders für Insekten und Vögel.

Für die Landwirte ist Glyphosat ein effizientes und kostengünstiges Mittel. Der Deutsche Bauernverband (DBV) hatte daher bereits am Montag nach der Zustimmung von einem "überfälligen und folgerichtigen Schritt" gesprochen. Die Begrenzung der Zulassung auf fünf Jahre sei "jedoch nur eine Minimallösung", kritisierte der DBV und erklärte, künftige Zulassungsverfahren müssten "auf wissenschaftliche Grundlagen und Risikobewertungen" gestellt werden.

Rei/dpa
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