Gewinn verdoppelt Rohstoffgigant Glencore verdient Milliarden mit Kohle

Glencore hat an seinen Geschäften mit Kohle festgehalten. In der Krise zahlt sich das aus: Der weltgrößte Rohstoffhändler verdoppelt seinen Halbjahresgewinn auf 18,9 Milliarden Dollar. Die Aktionäre dürfen sich über milliadenschwere Sonderdividenden und Aktienrückkäufe freuen.
Scheffelt MIlliarden mit Kohle: Der Rohstoffgigant hat im ersten Halbjahr fast 19 Milliarden Dollar verdient

Scheffelt MIlliarden mit Kohle: Der Rohstoffgigant hat im ersten Halbjahr fast 19 Milliarden Dollar verdient

Foto: Daniel Munoz / REUTERS

Gute Stimmung bei Glencore, dem weltweit größten Rohstoffhändler: Der Schweizer Konzern konnte seinen Gewinn im ersten Halbjahr auf 18,9 Milliarden US-Dollar verdoppeln, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit . Als weltweiter Produzent und Exporteur von Kohle profitierte Glencore stark von der aktuellen globalen Energiekrise und den gestiegenen Preisen für fossile Rohstoffe wie Gas, Öl und Kohle. Auch die Verwerfungen und Versorgungsunterbrechungen auf dem Energiemarkt im Zuge des Krieges in der Ukraine ließen die Preise in die Höhe schießen.

So spielten die Energieprodukte des Unternehmens laut Halbjahresbericht eine "herausragende Rolle" bei der Gewinnerzielung. Laut dem Finanznachrichtendienst Bloomberg  steuerten allein die Geschäfte mit Kohle 9,5 Milliarden US-Dollar zum Gewinn bei.

Glencore kehrt insgesamt 4,5 Milliarden Dollar an die Aktionäre aus

Was das Handelsgeschäft angeht, konnte das Unternehmen seine Einnahmen mehr als verdoppeln und erwirtschaftete hier 3,7 Milliarden US-Dollar. Die Profite kamen allerdings nicht ohne Kosten aus: Der Rohstoffgigant investierte hier im letzten Halbjahr zusätzliche fünf Milliarden US-Dollar, vor allem im Energiesektor. Glencore wies darauf hin, dass der Kapitalbedarf der Handelssparte gestiegen ist, da es teurer wird, Rohstoffe rund um die Welt zu transportieren. Zugleich benötigten Börsen und Makler zusätzliches Geld für die Platzierung und Aufrechterhaltung von Absicherungsgeschäften.

Zwar hat Glencore vom Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und der folgenden Energiekrise profitiert, muss allerdings nun auch seine Beteiligung an zwei russischen Konzernen der Branche komplett abschreiben und eine Wertminderung von 1,3 Milliarden Dollar verbuchen.

Aktionäre können sich über den Gewinn bei Glencore freuen: Das Unternehmen hat eine Sonderausschüttung in Höhe von 1,45 Milliarden US-Dollen (0,11 US-Dollar pro Aktie) angekündigt sowie ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 3,0 Milliarden US-Dollar. Möglich sei die Ausschüttung, weil die aktuelle Nettoverschuldung mit 2,3 Milliarden Dollar unter der vom Unternehmen definierten Schulden-Obergrenze liege.

Glencore erwartet weiter steigende Preise für Kohle und Gas

Weil es kein Eisenerz produziert, hatte Glencore in den vergangenen Jahren oft das Nachsehen gegenüber konkurrierenden Bergbauunternehmen wie die BHP Group und Rio Tinto. Nun profitiert der Konzern von seiner Entscheidung, an seinem Kohlegeschäft festzuhalten, während sich die Wettbewerber aus der Kohle zurückgezogen haben.

Mit Blick auf die Zukunft prognostiziert CEO Gary Nagle eine "gewisse Unsicherheit für die Rohstoffmärkte in der zweiten Jahreshälfte" – auch aufgrund sich verschärfender finanzieller Rahmenbedingungen. Das Unternehmen sehe allerdings nur wenig kurzfristige Lösungen und Alternativen im Hinblick auf den Energiemarkt und geht auch weiterhin von steigenden Preisen für Kohle sowie Gas aus. Anders sehe es allerdings bei den Metallen aus, hier spricht das Unternehmen von einer komplexen Lage.

Die starken Gewinne, die Energieunternehmen aus der globalen Energiekrise ziehen, stößt in Teilen der Bevölkerung und Politik auf Kritik. So forderte laut Medienberichten UN-Generalsekretär António Guaterres unlängst Regierungen dazu auf, übermäßige Gewinne von Energieunternehmen gesondert zu besteuern.

fm
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