Samstag, 18. Januar 2020

Modekonzern will Insolvenzverfahren bald beenden J.P. Morgan steigt bei Gerry Weber ein

Gerry Weber: US-Finanzinvestor J.P. Morgan steigt ein
Oliver Berg / DPA
Gerry Weber: US-Finanzinvestor J.P. Morgan steigt ein

Eine Tochter der US-Großbank J.P. Morgan steigt bei dem angeschlagenen Modehersteller Gerry Weber ein. Das Investmenthaus J.P. Morgan Securities übernehme knapp 200.000 im Zuge einer Kapitalerhöhung ausgegebene neue Gerry-Weber-Aktien, teilte das Unternehmen am Freitag in Bielefeld mit. Mehr als 80 Prozent der Anteile am westfälischen Modeimperium werden aber weiterhin von den bisherigen Eigentümern Robus und Whitebox gehalten.

Gerry Weber steckt seit Jahren in der Krise. Das Unternehmen litt zuletzt unter dem Rückgang der Kundenfrequenzen in den Innenstädten und dem Siegeszug des Onlinehandels. Auch eigene Fehler, vor allem hohe Investitionen in ein eigenes Ladennetz, machten dem Unternehmen schwer zu schaffen. Ende Januar meldete der Konzern schließlich Insolvenz in Eigenverwaltung an.

Alexander Gedat soll neuer Aufsichtsratschef werden

Im November wurden die Altaktionäre im Zuge eines sanierenden Kapitalschnitts entschädigungslos aus dem Unternehmen herausgedrängt. Alleinige Eigentümer von Gerry Weber waren danach zunächst die Finanzinvestoren Robus Capital und Whitebox, die sich bereit erklärt hatten, dem Unternehmen zur Fortführung des Betriebes und zur Entschädigung der Gläubiger bis zu 50 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen.


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Durch den Einstieg der Finanzinvestoren hat Gerry Weber mittlerweile wieder eine Zukunftsperspektive. Das Unternehmen rechnet damit, das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung noch in diesem Jahr beenden und die Sanierung außerhalb des Insolvenzverfahrens abschließen zu können. Gerry Weber mit immer noch mehr als 3600 Arbeitsplätzen könne so in seinen Kernstrukturen erhalten bleiben, sagte Sachwalter Stefan Meyer kürzlich.

Anfang Dezember hat das Unternehmen zudem auch neue Mitglieder für den Aufsichtsrat bestimmt. So wurde auf der ersten Hauptversammlung seit Inkrafttreten des Insolvenzplans unter anderen Alexander Gedat, derzeitiger Aufsichtsratsvorsitzender beim Herrenmodeherstellers Ahlers und ehemaliger Chef von Marc O'Polo, gewählt. In einer Pressemitteilung von Gerry Weber heißt es, das Gedat voraussichtlich den Vorsitz des Gremiums übernehmen werde.

dpa/akn

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