GE denkt über Aufspaltung nach General Electric könnte Siemens doch noch folgen

GE-Chef John Flannery (links) mit Vorgänger Jeff Immelt (rechts): Teilbörsengänge nach dem Vorbild von Siemens?

GE-Chef John Flannery (links) mit Vorgänger Jeff Immelt (rechts): Teilbörsengänge nach dem Vorbild von Siemens?

Foto: AFP

Erst Siemens, jetzt GE: Als Reaktion auf die wachsenden Probleme von General-Electric denkt Konzern-Chef John Flannery offenbar auch an einen separaten Börsengang von Tochterfirmen. "Wir haben einen umfassenden Blick auf alle Aspekte des Unternehmens geworfen. Alles lag auf dem Tisch", berichtete Flannery am Dienstag. "Das könnte in viele, viele verschiedene Varianten münden, darunter auch separat gelistete Sparten."

Konkreter äußerte er sich nicht. Mit einem Kursverfall um 40 Prozent hatte die Aktie von General Electric  im vergangenen Jahr so schlecht abgeschnitten wie kein anderer Wert im Dow Jones . Und nun belasten auch noch Probleme in der Versicherungssparte und die Folgen der US-Steuerreform die Ergebnisse im vierten Quartal mit zusammen elf Milliarden Dollar, wie GE am Dienstag einräumen musste. Die Aktie von GE setzte daraufhin ihre Talfahrt fort.

Lesen Sie auch: Wie Siemens den Rivalen GE schlägt

Mit der Abspaltung von Tochtergesellschaften würde GE dem Beispiel von Siemens  folgen. Der Münchner Industriekonzern ist gerade dabei, seine Medizintechnik-Tochter Healthineers an die Börse zu bringen.

Die Windkraft-Sparte Siemens Gamesa ist in Madrid bereits gelistet, die Zugsparte soll nach der Fusion mit der französischen Alstom in Paris folgen. Investmentbankern und Analysten zufolge werden auf diese Weise die Werte, die in Konzernen stecken, transparenter - wovon sich die Unternehmen eine höhere Bewertung erhoffen.

Finanz- und Versicherungsgeschäft kommt GE teuer zu stehen

Die Finanzsparte von General Electric  , GE Capital, muss im vierten Quartal allein eine Belastung von 6,2 Milliarden Dollar verkraften. Hintergrund sind Krankenversicherungs-Policen der North American Life & Health, deren Verkauf GE schon vor mehr als einem Jahrzehnt eingestellt hat.

Wegen der steigenden Pflegekosten muss GE Capital nun aber über sieben Jahre rund 15 Milliarden Dollar zusätzlich in das Versicherungsgeschäft pumpen, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Die Finanzsparte könne das Geld selbst aufbringen, werde aber auf absehbare Zeit keine Dividenden an die Mutter GE mehr zahlen können. Es sei höchst unbefriedigend, dass nach so langer Zeit solche Belastungen zutage träten, sagte Flannery.

Lesen Sie auch: Der Mann hinter dem Beben bei GE

Die Belastung in der Versicherungssparte ist mehr als doppelt so hoch wie GE sie im Herbst geschätzt hatte. Mit der Steuerreform werde sie sogar auf 7,5 Milliarden Dollar wachsen, erklärte der Konzern. Insgesamt rechnet GE mit 3,4 Milliarden Dollar, die ihn die Reform kosten wird. Weitere 1,8 Milliarden Dollar werden für Firmenwert-Abschreibungen fällig. Der Gewinn werde damit 2017 am unteren Rand der Erwartungen liegen, warnte Flannery.

la/reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.