Dienstag, 23. April 2019

General Electric Zehn Milliarden Dollar Miese - in nur einem Quartal

General Electric in der Krise: Spekuliert wird immer wieder über eine Aufspaltung des Siemens-Konkurrenten

Der angeschlagene US-Industriekonzern General Electric Börsen-Chart zeigen (GE) hat wegen hoher Abschreibungen einen riesigen Verlust im vierten Quartal gemacht. Im fortgeführten Geschäft fiel unter dem Strich ein Minus von zehn Milliarden US-Dollar (8,1 Milliarden Euro) an, wie das Unternehmen am Mittwoch in Boston mitteilte. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte GE noch 3,5 Milliarden Dollar verdient.

Der Konzern hatte vergangene Woche bereits Sonderkosten in Höhe von elf Milliarden Dollar für das Schlussquartal angekündigt. Im Versicherungsgeschäft waren teure Altlasten entdeckt worden, zudem fallen wegen der US-Steuerreform einmalige Belastungen an - etwa eine Abgabe auf im Ausland geparktes Vermögen.

Die Abschreibungen belasten die Bilanz zwar nur einmalig und wirken sich nicht direkt auf das Tagesgeschäft aus. Doch auch hier lief es zum Jahresende nicht rund. Die Erlöse sanken im Jahresvergleich um 5 Prozent auf 31,4 Milliarden Dollar. Besonders die Kraftwerksparte macht weiter Probleme, hier ging der Umsatz um 15 Prozent zurück. Analysten hatten mit deutlich besseren Quartalszahlen gerechnet.

Vor allem das Kraftwerks-Geschäft verzeichnete zuletzt herbe Umsatz- und Auftragsrückgänge. 2017 habe GE schon 1,7 Milliarden Dollar Kosten eliminiert, rund die Hälfte davon bei den Kraftwerken, hieß es in der Mitteilung. 2018 sollen die Kostensenkungen zwei Milliarden Dollar erreichen. Auch Siemens baut im Geschäft mit konventionellen Kraftwerksturbinen, das von der Energiewende gebeutelt wird, massiv Stellen ab. Lichtblicke sieht Vorstandschef John Flannery im Luftfahrt- und Medizintechnik-Geschäft.

mg/dpa-afx

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