Montag, 21. Oktober 2019

Hohe Schulden General Electric friert Pensionspläne für 20.000 Mitarbeiter ein

US-Ikone General Electric: Auch bei der Bilanzierung war offenbar viel Imagination im Spiel. Nun kämpft der Konzern mit einem Schuldenberg und muss Pensionszusagen wieder einkassieren

Im Kampf gegen den hohen Schuldenberg hat der US-Industrieriese General Electric die Pensionspläne von zehntausenden Mitarbeitern eingefroren. Die Maßnahme soll das Pensionsdefizit des Konzerns um fünf bis acht Milliarden US-Dollar senken, wie der Siemens-Rivale GE am Montag in Boston mitteilte. Die Finanzverschuldung soll um vier bis sechs Milliarden Dollar sinken. Das Einfrieren betrifft rund 20 000 Mitarbeiter.

Bereits seit 2012 nimmt GE keine neuen Mitglieder in den Pensionsfonds mehr auf. Zudem werden auch die Pensionszuschüsse von 700 langjährigen Managern zum 1. Januar 2021 eingefroren. Im vierten Quartal werde GE eine Sonderbelastung für den Plan verbuchen, hieß es. GE-Aktien legten vorbörslich um ein knappes halbes Prozent zu.

Cox: Mitarbeiter per Abfindung aus Pensionsplan herauskaufen

Personalchef Kevin Cox sprach von insgesamt schwierigen Entscheidungen, um GE wieder zu alter Stärke zu führen. Rund 100.000 früheren Mitarbeitern, die noch keine Pension aus dem Fonds beziehen, soll außerdem eine Abfindung ihrer Zusagen gegen eine Einmalzahlung angeboten werden. Die Entscheidungen sollen das Zulagensystem des Konzerns laut GE stärker an die Marktgegebenheiten anpassen.

GE steckt seit Jahren in Schwierigkeiten. Der Siemens -Rivale leidet an schwachen Geschäften, hohen Abschreibungen, einem teuren Konzernumbau und hohen Schuldenberg

la/dpa-afx

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