Montag, 24. Juni 2019

Medizinkonzern steigert Quartalsgewinn Klinikzukäufe zahlen sich für Fresenius aus

Der Medizinkonzern Fresenius profitiert von der Übernahme des Konkurrenten Rhön-Klinikum: Im dritten Quartal stiegen Gewinn und Umsatz deutlich. Auch bei der Dialysetochter läuft es rund. Eine geplante Kooperation will der Konzern jedoch nochmal überprüfen.

Bad Homburg - Beim Medizinkonzern Fresenius Börsen-Chart zeigen und seiner Dialysetochter Fresenius Medical Care Börsen-Chart zeigen (FMC) läuft es rund: Beide Dax-Unternehmen haben stärker zugelegt als von Experten erwartet. Unterstützung gab es durch Zukäufe und von der Währungsseite, der Euro hatte sich im Laufe des dritten Quartals weiter abgeschwächt. Damit schlug das Wachstum der in Dollar bilanzierenden FMC voll durch, der Umsatzanteil am Konzern stieg.

Doch auch aus eigener Kraft schafften beide Firmen solide Zuwächse. "Unser Wachstum hat konzernweit an Fahrt gewonnen", sagte Unternehmenschef Ulf Schneider am Dienstag in Bad Homburg laut Mitteilung. Fresenius bekräftigte den Konzernausblick für 2014.

Beim Umsatz legte Fresenius dank der zugekauften Krankenhäuser des Klinikbetreibers Rhön-Klinikum und aus eigener Kraft um 18 Prozent auf knapp sechs Milliarden Euro zu. Die Belastung durch den starken Euro ging dabei auf zwei Prozentpunkte zurück. Das operative Ergebnis (Ebit) kletterte um neun Prozent auf 820 Millionen Euro. Der bereinigte Gewinn stieg um vier Prozent auf 281 Millionen Euro.

Die von Rhön-Klinikum erworbenen Krankenhäuser, die bei Fresenius in der Helios Sparte integriert sind, entwickelten sich nach Plan. Fresenius hat Anfang des Jahres 40 Kliniken von Rhön für rund drei Milliarden Euro übernommen und ist der größte private Klinikkonzern Deutschlands.

Geplantes russisches Gemeinschaftsunternehmen wird nochmal geprüft

Auch die Sparte Kabi, die auf Infusionstherapie, Generika und klinische Ernährung ausgerichtet ist, wuchs organisch um fünf Prozent, das Ergebnis ging allerdings um ein Prozent zurück. Die Marge bei Kabi sank, da sich zum einen weiterhin die gesunkene Anwendung der Infusionslösung HES bemerkbar macht. Ende des vergangenen Jahres hatte die europäische Arzneimittelbehörde den Einsatz eingeschränkt. Zudem sind die Wettbewerber in Nordamerika wieder auf die Beine gekommen. Im Vorjahr hatte Kabi stark von deren Lieferengpässen profitiert.

Die Jahresprognose für die Ebit-Marge wurde eingeengt. Sie soll nun bei rund 17 Prozent herauskommen. Das Umsatzwachstum bei Kabi sieht Finanzvorstand Stephan Sturm auf Jahressicht nun eher am unteren Ende der Spanne von vier bis sechs Prozent, sagte der Manager auf einer Telefonkonferenz. Kabi machte im dritten Quartal gut ein Fünftel der Konzernerlöse aus.

Angesichts der Ukraine-Krise überprüft Fresenius aber den geplanten Schulterschluss mit dem russischen Pharmaunternehmen CJSC Binnopharm. "Wir sehen uns das genau an", sagte Fresenius-Chef Ulf Schneider in einer Telefonkonferenz mit Analysten. "Wir können Ihnen derzeit nichts Neues über das Thema sagen. Wir befinden uns in Diskussionen mit unseren russischen Partnern."

Die auf flüssige Nachahmermedikamente spezialisierte Fresenius-Tochter Kabi hat im April angekündigt, ihr Geschäft in Russland und den GUS-Staaten in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Binnopharm einzubringen und daran 51 Prozent der Anteile zu halten. Seitdem hat sich die wirtschaftliche Lage in Russland wegen der Sanktionen des Westens jedoch deutlich verschlechtert. "Jeder, mit dem ich in der Branche gesprochen habe, berichtet dort von Umsatzrückgängen", sagte Schneider. Das sei bei Fresenius nicht anders.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung