Mittwoch, 22. Mai 2019

Zukauf in Spanien Fresenius' Milliardendeal in Sturm-Manier

Stephan Sturm: Der Ex-Investmentbanker ist kaum zwei Monate Vorstandschef und tütet bereits seinen ersten Milliarden-Deal ein

Kaum zwei Monate im Amt, schließt der neue Fresenius-Chef bereits den ersten Mega-Deal ab. Die eigenen Schulden gesenkt, die Bewertungen in der Gesundheitsbranche gesunken - da greift Ex-Investmentbanker Stephan Sturm nach dem größten privaten Klinikbetreiber Spaniens.

Der Medizinkonzern Fresenius steht vor dem größten Zukauf seiner Unternehmensgeschichte: Für 5,76 Milliarden Euro will das Unternehmen aus Bad Homburg den spanischen Krankenhausbetreiber Quirónsalud mit 43 Kliniken und 35.000 Mitarbeitern übernehmen, wie der Konzern am späten Montagabend mitteilte.

Quirónsalud ist die größte private Klinikkette in Europa außerhalb Deutschlands. Der bisher größte Zukauf der Bad Homburger war 2008 die Übernahme des US-Unternehmens APP Pharmaceuticals. Stephan Sturm, der erst seit gut zwei Monaten an der Spitze von Fresenius steht, tütet damit seinen ersten Mega-Deal als Vorstandschef ein.

Die Übernahme durch die Tochter Fresenius Helios soll ab dem kommenden Jahr positiv zum Ergebnis beitragen. Helios baut damit baut ihre Position als größter privater Krankenhausbetreiber in Europa aus.

Mittelfristig erwartet Fresenius einen zusätzlichen Beitrag von 520 bis 550 Millionen Euro zum Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda).

Auch auf mittlere Sicht sollen mit dem neuen Verbund jährliche Synergieeffekte von 50 Millionen Euro erzielt werden. Wegen der Übernahme will Fresenius mit der Vorlage der Geschäftszahlen für 2016 einen neuen mittelfristigen Konzernausblick geben. Die Aktie reagierte verhalten auf die Nachricht und legte nachbörslich um gut ein halbes Prozent im Vergleich zum Schlusskurs im Xetra-Hauptgeschäft zu.

Verkäufer der Klinikkette, die Fresenius komplett übernehmen will, sind die Beteiligungsgesellschaft CVC Capital Partners, der Mitgründer und Vorsitzende der Geschäftsführung von Quirónsalud, Victor Madera, sowie weitere Mitglieder der Geschäftsführung. Die Übernahme soll bis zum vierten Quartal dieses Jahres über die Bühne gehen oder spätestens im ersten Quartal kommenden Jahres. Die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden steht noch aus.

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