Freitag, 22. November 2019

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Korruption Fresenius Medical Care nun auch im Visier der deutschen Behörden

Infusionslösungen von Fresenius: Verantwortliche von Nierenzentren sollen bei der Einrichtung der Kliniken und bei der Anschaffung von Dialyseprodukten von FMC-Mitarbeitern bestochen worden sein

Wegen Schmiergeldzahlungen in zahlreichen Ländern müssen sich Verantwortliche des Medizintechnikherstellers Fresenius Medical Care Börsen-Chart zeigen (FMC ) strafrechtlichen Ermittlungen stellen. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt bestätigte am Montag, dass sie gegen mehrere Mitarbeiter des Dax-Konzerns wie auch gegen Personen aus dem Umfeld ermittelt. Zu den genauen Vorwürfen wollte sich die deutsche Justiz nicht äußern.

Grundlage ist ein Bericht der US-Börsenaufsicht, der zahlreiche Bestechungsfälle bei der Einrichtung von Behandlungszentren für Nierenkranke dokumentiert. Zuvor hatten "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR darüber berichtet.

Zwischen 2007 und 2016 sollen Ärzte und Klinikverantwortliche in 17 Ländern systematisch bestochen worden sein. Es ging um die Einrichtungen von Nierenstationen ebenso wie um die Anschaffung von Dialyse-Produkten. FMC, eine Tochter des Gesundheitskonzerns Fresenius Börsen-Chart zeigen, ist auf diesem Gebiet weltweit aktiv und mit fast 4000 Behandlungszentren einer der größten Anbieter. Die Schmiergelder wurden häufig als Provisionen oder Beraterhonorare getarnt.

In den USA hat FMC sich mit den Behörden außergerichtlich geeinigt und 231,7 Millionen US-Dollar gezahlt. In Deutschland arbeite man ebenfalls mit der Justiz zusammen, sagte ein Unternehmenssprecher in Bad Homburg bei Frankfurt. Bereits im März hatte FMC-Chef Rice Powell erklärt, dass man die Vorgänge aufgearbeitet und die internen Regeln verschärft habe.

mg/dpa-afx

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