Donnerstag, 17. Oktober 2019

Akorn rund 3,7 Milliarden Dollar wert Fresenius greift nach US-Generika-Hersteller

Fresenius blickt auf Akorn: Generika-Hersteller sind stark gefragt

Der deutsche Gesundheitskonzern Fresenius hat ein Auge auf den US-Generikahersteller Akorn geworfen. Die auf Nachahmer-Medikamente spezialisierte Sparte Fresenius Kabi und Akorn befänden sich bereits in fortgeschrittenen Gesprächen über einen möglichen Erwerb, teilte das im Dax gelistete Unternehmen am Freitagabend in einer Pflichtveröffentlichung mit.

Es könne keine Gewähr dafür gegeben werden, dass und zu welchen Konditionen die Transaktion zustande komme. Weitere Stellungnahmen über die Beratungen seien nicht geplant. Akorn hat einen Börsenwert von 3,7 Milliarden Dollar. Zuvor hatte die Agentur Bloomberg über die Verhandlungen berichtet. Nachbörslich sprangen Akorn-Aktien am Freitagabend um 8,3 Prozent in die Höhe.

Zielobjekt knapp vier Milliarden Dollar schwer

Experten zufolge könnte Akorn die Flüssigmedizinsparte ergänzen. Die Dialyse-Tochter FMC hatte sich zuletzt in Australien durch eine kleinere Teil-Übernahme verstärkt. Im Februar schloss Fresenius zudem den Kauf des spanischen Krankenhausbetreibers Quirónsalud ab.

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Fresenius-Chef Stephan Sturm hatte erst vor kurzem gesagt, dass nach dem Kauf des spanischen Klinikbetreibers Quironsalud der Übernahmehunger noch nicht gestillt sei. Das Unternehmen sei offen für weitere milliardenschwere Akquisitionen. Der langjährige Finanzvorstand hat im Juli 2016 die Nachfolge von Ulf Mark Schneider angetreten. Gut zwei Monate später folgte die 5,8 Milliarden Euro schwere Übernahme von Quironsalud.

Fresenius aus dem hessischen Bad Homburg will seinen Umsatz nach früheren Angaben bis 2020 um mehr als die Hälfte auf 43 bis 47 Milliarden Euro ausbauen. Dabei sind Zukäufe noch nicht eingerechnet. Die Sparte Kabi soll nach dem Willen von Sturm in neue Marktsegmente vorstoßen, etwa ins Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten. Auch ein Einstieg in das Geschäft mit Nachahmer-Medikamenten für Biotech-Arzneimittel, sogenannte Biosimilars, ist denkbar. Außerdem will Kabi sein weltweites Netzwerk ausbauen.

Fresenius will auch mit Zukäufen kräftig wachsen

Im vergangenen Jahr fuhr Fresenius den 13. Rekordgewinn in Folge ein. Der um Sondereffekte bereinigte Überschuss kletterte um 12 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Die Erlöse stiegen um 5 Prozent auf gut 29 Milliarden Euro.

Fresenius ist einer der größten privaten Krankenhausbetreiber Deutschlands sowie im Pharma- und Gesundheitsdienstleistungsbereich tätig. Zudem ist der Konzern an dem Dialysespezialisten Fresenius Medical Care beteiligt.

rei/dpa/Reuters

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